Kaffee kann Mortalität bei Lebererkrankungen senken14. April 2021 © Nomad_Soul – stock.adobe.com (Symbolbild) Epidemiologische Daten legen nahe, dass Kaffee eine dosisabhängige, schützende Wirkung bei Lebererkrankungen und auf die leberbedingte Sterblichkeit hat. Ziel einer australischen Studie war daher die Analyse des Einflusses eines erhöhten Pro-Kopf-Kaffeekonsums auf die globale leberbedingte Mortalität. Auf Basis von Datensätzen der Global Burden of Disease-Datenbank aus dem Jahr 2016 (Erwachsene >15 Jahre) erfolgte eine Modellierung der Auswirkungen eines erhöhten Pro-Kopf-Kaffeekonsums auf die leberbedingte Sterblichkeit für 194 Länder. Dabei wurden die Risikokennzahlen für >2 Tassen Kaffee/Tag (RR 0,54; 95%-KI 0,42–0,69) und ≥4 Tassen/Tag (RR 0,29; 95%-KI 0,17–0,50) berücksichtigt. Sensitivitätsanalysen ermöglichten eine Bereinigung um Störfaktoren und eine Anpassung an spezifische Modellannahmen. Weltweit traten im Jahr 2016 geschätzte 1.240.201 (95%-KI 1.184.300–1.354.410) Todesfälle im Zusammenhang mit Lebererkrankungen bei Erwachsenen auf. Die mittlere globale Lebersterblichkeitsrate lag bei 15 Todesfällen/100.000 EinwohnerInnen/Jahr (alle Altersgruppen; beide Geschlechter; IQR 11–21 Todesfälle/100.000). Wenn in allen Ländern mit einem Pro-Kopf-Kaffeekonsum ≤2 Tassen/Tag der Verbrauch auf >2 Tassen/Tag gestiegen wäre, hätte die vorhergesagte Gesamtzahl der leberbedingten Todesfälle im Jahr 2016 nur 630.947 (95%-KI 629.693–631.861) betragen, wobei 452.861 (95%-KI 451.948–454.116) Todesfälle vermieden worden wären (Rate vermeidbarer leberbedingter Todesfälle [PPR] 7,8/100 000/Jahr). Wäre der Pro-Kopf-Konsum ≥4 Tassen/Tag gewesen, hätte sich die vorhergesagte Zahl der leberbedingten Todesfälle im Jahr 2016 sogar auf 360.523 (95%-KI 359.825–361.992) reduziert und 723.287 (95%-KI 721.817–723.984) Todesfälle hätten verhindert werden können (PPR 12,1/100 000/Jahr). Fazit Eine Erhöhung des Pro-Kopf-Kaffeekonsums auf >2 Tassen/Tag auf Bevölkerungsebene könne jährlich Hunderttausende leberbedingte Todesfälle verhindern, so das Fazit des australischen Forschungsteams. Der Einfluss von Kaffee auf die leberbedingte Mortalität sollte nun durch klinische Studien bestätigt werden. (je) Autoren: Gow P et al. Korrespondenz: Sarah Gardner; [email protected] Studie: Estimates of the global reduction in liver disease-related mortality with increased coffee consumption: an analysis of the Global Burden of Disease Dataset Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2020;52(7):1195–1203. Web: https://doi.org/10.1111/apt.16020
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