Kardiorenal-metabolisches Syndrom: Chronische Nierenkrankheit hat größten Einfluss auf Gesamtmortalität

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Eine aktuelle Studie aus China zeigt, dass chronische Nierenkrankheiten (CKD) der stärkste Prädiktor für Todesfälle im Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sind.

Das kardiorenal-metabolische (CKM) Syndrom ist weltweit weit verbreitet. Die Zusammenhänge zwischen dem CKM-Syndrom und seinen verschiedenen Komponenten sowie der Gesamtmortalität und der ursachenspezifischen Mortalität sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht, so ein Forscherteam aus China. Ziel ihrer Studie war es daher, diese Zusammenhänge zu klären und präventive Strategien zu entwickeln.

Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Chinese Medical Journal“ veröffentlicht.

Umfassende Studie mit über 760.000 Teilnehmern

Die Studie basiert auf „Gesundheitsbewertung und Risikominderung durch landesweite Teamarbeit in China“ (ChinaHEART), ein landesweites, bevölkerungsbasiertes Projekt, das in 353 Landkreisen/Bezirken in 31 Provinzen des chinesischen Festlands durchgeführt wurde. Nach Angaben der Forscher stellt es eine der größten und umfassendsten Studien dar, die bisher in China durchgeführt wurden.

Insgesamt wurden 764.856 Einwohner ab 35 Jahren aus dieser Kohorte in die Studie eingeschlossen. Die CKM-Klassifikation erfolgte in vier Stadien (0–4), wobei die Stadien 2–4 anhand des Vorliegens einer CKD und der CKD-Risikostratifizierung weiter unterteilt wurden. Stadium 2 der CKM-Klassifikation wurde in sechs Gruppen absteigend nach klinischer Risikopriorität unterteilt. Hauptzielkriterien waren die Gesamtmortalität und die ursachenspezifische Mortalität. Mithilfe von Cox-Regressionsmodellen wurden die Zusammenhänge zwischen den CKM-Stadien und -Komponenten und der Mortalität untersucht. Dabei wurden konkurrierende Risiken berücksichtigt.

CKM-Stadium 2 im Fokus

Die Autoren fanden signifikante positive Zusammenhänge zwischen den CKM-Stadien und dem Mortalitätsrisiko, insbesondere für die kardiovaskuläre Mortalität, mit adjustierten Hazard Ratios und 95 Prozent-Konfidenzintervallen [KI] von 2,62 (2,10–3,27), 4,04 (3,22–5,07) bzw. 5,64 (4,51–7,05) für die Stadien 2, 3 bzw. 4.

Im Vergleich von Teilnehmern mit CKD mit solchen ohne CKD in den einzelnen CKM-Stadien war CKD mit einem um 64,29 Prozent, 68,62 Prozent bzw. 74,89 Prozent erhöhten Risiko für die Gesamtmortalität und mit einem um 72,58 Prozent, 71,55 Prozent bzw. 71,95 Prozent erhöhten Risiko für die kardiovaskuläre Mortalität in den CKM-Stadien 2, 3 und 4 verbunden.

Selbst eine CKD mit moderatem Risiko war mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko assoziiert. Unter den verschiedenen Komponenten im CKM-Stadium 2 war die CKD sowohl mit hohem als auch mit mittlerem Risiko der bedeutendste Risikofaktor für die Mortalität, wobei die CKD mit hohem Risiko ein höheres Risiko (Hazard Ratio [95%-KI]: 2,83 [2,36–3,39]) aufwies als die CKD mit mittlerem Risiko (Hazard Ratio [95%-KI]: 2,16 [1,89–2,47]), gefolgt vom gleichzeitigen Vorliegen von Diabetes und Hypertonie (Hazard Ratio [95%-KI]: 1,87 [1,65–2,12]) (alle p<0,05).

Personalisierte Interventionen als Ziel

Diese umfassende, landesweite Studie liefert nach Angaben der Wissenschaftler erstmals Belege dafür, dass die CKD im Rahmen des CKM der primäre Mortalitätsfaktor ist und die prognostische Bedeutung traditioneller metabolischer Risikofaktoren übertrifft.

Die Unterteilung des CKM-Syndroms in Substadien durch Stratifizierung der Patienten nach Vorhandensein und Schweregrad einer CKD und metabolischen Risikofaktoren kann laut den Forschern die Genauigkeit der Beurteilung des Sterberisikos verbessern. Und eine konsequente Überwachung und frühzeitige Interventionen zur Erhaltung der Nierenfunktion könne das Sterberisiko erheblich verringern und personalisiertere Interventionen ermöglichen.

(ri/BIERMANN)