Kardiovaskuläre Ereignisse unter Testosteron-Ersatztherapie12. Juli 2017 © nataliya_rodenko -fotolia.com Ob die Testosteron-Ersatztherapie (TRT) mit einem erhöhten Risiko kardiovaskulärer Ereignisse einhergeht, ist umstritten. Eine neue Studie kommt nun zu dem Schluss, dass bei Männern mit Androgendefizienz die ausgegebenen Testosteron-Rezepte über eine mediane Nachbeobachtung von 3,4 Jahren mit einem niedrigeren Risiko für kardiovaskuläre Outcomes assoziiert waren. Der Pharmazeut Dr. T. Craig Cheetham von der Southern California Permanente Medical Group in Pasadena und seine Kollegen führten ihre retrospektive Kohortenstudie innerhalb eines integrierten Gesundheitsversorgungssystems durch. Dazu schlossen sie für den Zeitraum 01.01.1999–31.12.2010 (Nachbeobachtung bis 31.12.2012) Männer ab 40 Jahren mit Anzeichen einer Androgendefizienz – entweder in Form einer kodierten Diagnose und/oder eines morgendlichen Gesamttestosteron-Wertes Wie den Ergebnissen zu entnehmen ist, bestanden die Kohorten aus 8808 Männern (19,8 %), an die irgendwann einmal Testosteron ausgegeben worden war (ever-TRT) (Durchschnittsalter 58,4 Jahre; 1,4 % mit früheren kardiovaskulären Ereignissen) respektive 35.527 Männern (80,2 %), die niemals Testosteron erhalten hatten (never-TRT) (Durchschnittsalter 59,8 Jahre; 2,0% mit früheren kardiovaskulären Ereignissen). Wie die Autoren berichten, lag die mediane Nachbeobachtung bei 3,2 Jahren (Interquartilsabstand [IQR] 1,7–6,6 Jahre) in der never-TRT-Gruppe vs. 4,2 (IQR 2,1–7,8) Jahren in der ever-TRT-Gruppe. Cheetham und Kollegen berechneten Raten für den zusammengesetzten kardiovaskulären Endpunkt von 23,9 vs. 16,9 pro 1000 Personenjahre in der never-TRT- respektive der ever-TRT-Gruppe. Damit ergab sich eine adjustierte Hazard Ratio (HR) für den zusammengesetzten kardiovaskulären Endpunkt von 0,67 in der ever-TRT-Gruppe (95 %-KI 0,62–0,73). Ähnliche Ergebnisse sahen die Wissenschaftler, wenn das Outcome auf kombinierte Schlaganfallereignisse (Schlaganfall und TIA) (HR 0,72; 95 %-KI 0,62–0,84) respektive kombinierte kardiale Ereignisse (akuter Myokardinfarkt, plötzlicher Herztod, instabile Angina pectoris, Revaskularisierungseingriffe) (HR 0,66; 95 %-KI 0,60–0,72) beschränkt wurde. Autoren: Cheetham TC et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Association of Testosterone Replacement With Cardiovascular Outcomes Among Men With Androgen Deficiency Quelle: The Journal of the American Medical Association (JAMA) Intern Med 2017;177(4):491–499. Web: dx.doi.org/10.1001/jamainternmed.2016.9546
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