Kardiovaskuläre Risikofaktoren und Schallempfindungsschwerhörigkeit24. April 2018 Foto: © Zerbor – Fotolia.com Eine aktuelle Studie widmete sich dem Zusammenhang zwischen plötzlich auftretender Schallempfingsschwerhörigkeit und kardiovaskulären Risikofaktoren. Einen klaren Zusammenhang konnten die Autoren allerdings nicht belegen. In aktuellen Studien wurden nicht nur psychologische bzw. psychiatrische Risikofaktoren und Prädiktoren für plötzlich auftretende Schallempfindungsschwerhörigkeit (idiopathic sudden sensorineural hearing loss, ISSNHL) konnten in aktuellen Untersuchungen (siehe „Prädiktoren für Behandlungsergebnis“) untersucht, sondern auch solche kardiovaskuläre Risikofaktoren, die das Behandlungsergebnis bei ISSNHL beeinflussen können. Als Probanden für die vorliegende Studie dienten hospitalisierte Patienten der Universitätsklinik im nordfranzösischen Amiens. Diese retrospektive Studie mit insgesamt 80 Patienten mit ISSNHL lief über einen Zeitraum von 6 Jahren. Die durchschnittliche Sinuston-Knochenleitungsschwelle wurde mittels Reintonaudiometrie beurteilt. Von den 80 Patienten wiesen nur 23 (28,75 %) initial keinerlei kardiovaskuläre Risikofaktoren auf, 45 Patienten zeigten aber eine erhöhte Konzentration des Cholesterins, der Triglyceride und der Lipoproteine in Form einer Hyperlipidämie; 22 Patienten hatten Bluthochdruck, 7 Patienten Diabetes mellitus und weitere 7 Patienten galten als adipös. Bezüglich der kardiovaskulären Risikofaktoren konnte zwischen den Patienten mit vollständigem Hörverlust im Vergleich zu den Patienten mit teilweisem Hörverlust (p = 0,0708) kein Unterschied festgestellt werden. Bei der langfristigen Nachuntersuchung wurde zwischen den Patientengruppen außerdem kein statistisch signifikanter Unterschied im Hinblick auf die Erholungsrate nachgewiesen (p = 0,7541). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem plötzlich auftretendem Hörverlust und kardiovaskulären Risikofaktoren gibt – wodurch sich ISSNHL mit einem vornehmlich multifaktoriellen Krankheitsprofil zeigt, unabhängig vom Grad der Hörminderung. (am)
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