Kardiovaskuläre Sicherheit der Anti-CGRP-Migränetherapie bei Senioren23. Juni 2025 © Krakenimages.com – stock.adobe.com (Symbolbild) Monoklonale Antikörper, die auf CGRP (Calcitonin gene related peptide) oder dessen Rezeptor abzielen (Anti-CGRP-MAb), ermöglichen eine wirksame Migräneprophylaxe. Aufgrund der CGRP-Blockade bestehen jedoch Bedenken hinsichtlich potenzieller kardiovaskulärer Risiken. Eine Studie mit älteren Patienten aus den USA deutet nun aber darauf hin, dass Anti-CGRP-MAb im Vergleich zu Onabotulinumtoxin A nicht mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen (CVD) einhergehen. Für die sequenzielle Kohortenstudie werteten die Forschenden retrospektiv die Daten einer national repräsentativen bevölkerungsbasierten Stichprobe von Medicare-Patienten aus, die zwischen Mai 2018 und Dezember 2020 aufgrund einer Migränediagnose entweder Anti-CGRP-MAb (n=5153; mittleres Alter 57,8±14,0 Jahre; 83,6% Frauen) oder OnabotulinumtoxinA (n=4000; mittleres Alter 61,9± 13,7 Jahre; 83,8% Frauen) erhalten hatten. Patienten mit einer Vorgeschichte von Myokardinfarkt (MI), Schlaganfall, Clusterkopfschmerz, Krebs oder Hospizbetreuung im Jahr vor Behandlungsbeginn mit der Studienmedikation wurden ausgeschlossen. Der primäre Studienendpunkt war die Zeit bis zum Auftreten eines ersten Myokardinfarktes (MI) oder Schlaganfalles. Zu den sekundären Endpunkten gehörten hypertensive Krisen, Raynaud-Syndrom und periphere Revaskularisation. Die Auswertung der Daten ergab, dass die Verwendung von Anti-CGRP-MAb in der untersuchten Kohorte im Vergleich zu OnabotulinumtoxinA nicht mit einem erhöhten Risiko für zusammengesetzte CVD-Ereignisse (aHR 0,88; 95%-KI 0,44–1,77), hypertensive Krisen (aHR 0,46; 95%-KI 0,14–1,55), periphere Revaskularisation (aHR 1,50; 95%-KI 0,48–4,73) oder Raynaud-Syndrom (aHR 0,75; 95%-KI 0,45–1,24) einherging. Untergruppenanalysen nach Alter und Vorhandensein einer vorbestehenden CVD ohne MI oder Schlaganfall erbrachten ähnliche Ergebnisse. Fazit „Trotz anfänglicher Bedenken hinsichtlich der kardiovaskulären Risiken der CGRP-Blockade waren Anti-CGRP-MAb im Vergleich zu OnabotulinumtoxinA in dieser Kohortenstudie nicht mit einem erhöhten CVD-Risiko verbunden, obwohl es sich bei den Studienteilnehmern überwiegend um ältere Erwachsene oder Personen mit Behinderungen handelte“, fassen die Autoren in „JAMA Neurology“ zusammen. Um dieses Ergebnis zu bestätigen, seien aber noch Studien mit längeren Nachbeobachtungszeiträumen und in anderen Bevölkerungsgruppen erforderlich. (ej) Autoren: Yang S et al. Korrespondenz: Wei-Hsuan Lo-Ciganic; [email protected] Studie: Cardiovascular Safety of Anti-CGRP Monoclonal Antibodies in Older Adults or Adults With Disability With Migraine Quelle: JAMA Neurol 2025 Feb 1;82(2):132–141. Web: https://doi.org/10.1001/jamaneurol.2024.4537
Mehr erfahren zu: "Handyspiel-Sucht und Schmerzen des Bewegungsapparats: Medizinstudierende als Hochrisikogruppe?" Handyspiel-Sucht und Schmerzen des Bewegungsapparats: Medizinstudierende als Hochrisikogruppe? Eine auf der Befragung von Medizinstudierenden in Jordanien basierende Studie zeigt: Studierende, die die Kriterien für eine Handyspiel-Sucht erfüllen, leiden mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit unter Schmerzen im Nacken, im oberen […]
Mehr erfahren zu: "Musik zur Linderung von Schmerzen: Review liefert Hinweise auf Mechanismen" Musik zur Linderung von Schmerzen: Review liefert Hinweise auf Mechanismen Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Interventionen mit Musik dazu beitragen können, Schmerzen bei verschiedenen Erkrankungen wie Krebs oder Arthrose zu lindern. Warum dies so ist und wie es geschieht, war […]
Mehr erfahren zu: "Pertussis: Abwasseranalysen könnten frühzeitig vor Ausbrüchen warnen" Pertussis: Abwasseranalysen könnten frühzeitig vor Ausbrüchen warnen In Japan hat eine Forschungsgruppe festgestellt, dass die Konzentration von Pertussis-assoziierter DNA im Abwasser bereits Wochen vor einer Meldung von Fällen anstieg. Sie sehen daher in Abwasseranalysen einen neuen Ansatz, […]