Kassenärzte kontra Lauterbach: Gesundheitskioske bringen nichts6. September 2022 Gesundheitsversorgung aus dem Kiosk? Foto: Wirestock – stock.adobe.com Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hält die Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur Einrichtung von Gesundheitskiosken für falsch. Dadurch lasse sich kein Mehrwert für die ambulante Versorgung erreichen, kritisierte die Ärzteorganisation am 05.09.2022. Lauterbach will langfristig bundesweit rund 1000 Gesundheitskioske in sozial benachteiligten Regionen einrichten. Sie sollen den Zugang zur Versorgung von Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf verbessern und die Versorgung koordinieren. Die Kosten sollen zu 74,5 Prozent die gesetzliche Krankenversicherung, zu 5,5 Prozent die privaten Krankenkassen und zu 20 Prozent die Kommunen übernehmen. Für die Patientinnen und Patienten sollen die Kioske unter anderem medizinische Behandlungen vermitteln, beraten und bei der Klärung gesundheitlicher und sozialer Angelegenheiten unterstützen. Außerdem sollen von Ärzten veranlasst in den Kiosken Pflegefachkräfte einfache medizinische Routineaufgaben erledigen, etwa Blutdruck und Blutzucker messen, Verbände wechseln oder Spritzen verabreichen. Nach Einschätzung der KV Berlin wäre es jedoch sinnvoller und kostengünstiger, bestehende Strukturen in der ambulanten Versorgung zu stärken. Die entsprechenden Leistungen würden bereits abgedeckt, etwa über ambulante Pflegedienste oder die von der KV Berlin geförderten Kiezschwestern in Praxisnetzen. Hinzu komme, dass viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bereits Schwierigkeiten hätten, medizinisches Personal für ihre Praxen zu finden. «Die Einführung von Gesundheitskiosken als Arbeitgeber für Fachkräfte würde dieses Problem weiter verschärfen», warnte die Ärzteorganisation.
Mehr erfahren zu: "Gegen Ausschreibungen bei Hilfsmitteln: Bündnis appelliert an die Bundesländer" Gegen Ausschreibungen bei Hilfsmitteln: Bündnis appelliert an die Bundesländer Nach dem Beschluss des Bundestages, Ausschreibungen bei Hilfsmitteln wieder zuzulassen, fordern Selbsthilfeorganisationen und die Initiative „Faktor Lebensqualität“ die Bundesländer auf, den Vermittlungsausschuss des Bundesrates anzurufen. Sie verweisen auf schlechte Erfahrungen […]
Mehr erfahren zu: "Roche stellt Investitionen in Deutschland auf Prüfstand" Roche stellt Investitionen in Deutschland auf Prüfstand Die Kritik an Sparvorgaben für den Pharmasektor wächst: Nach zwei gestoppten Großinvestitionen stellt auch der Schweizer Pharmakonzern Roche Pläne auf den Prüfstand – und attackiert die Politik.
Mehr erfahren zu: "Zystektomie bei Hochrisiko-NMIBC: Präoperative ctDNA eignet sich als prognostischer Marker" Zystektomie bei Hochrisiko-NMIBC: Präoperative ctDNA eignet sich als prognostischer Marker Bei Patienten mit hochriskantem nicht muskelinvasiven Blasenkrebs (HR-NMIBC), die sich einer radikalen Zystektomie (RC) unterziehen, kann die präoperativ bestimmte zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) ein Upstaging und ein Rezidiv nach der Operation […]