KBV-Vorstand mahnt: „Wir brauchen eine Kehrtwende in der Gesundheitspolitik“26. Juli 2024 KBV-Chef Andreas Gassen zeigt sich wenig überrascht über die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem Gesundheitswesen. Foto: Axentis.de/Lopata Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat auf die Ergebnisse der jüngsten Allensbach-Umfrage zur Gesundheitsversorgung in Deutschland reagiert. „Die Ergebnisse sprechen leider für sich: Auch wenn das Vertrauen der Bevölkerung in Ärzte und Psychotherapeuten ungebrochen hoch ist – das Vertrauen in das Gesundheitswesen ist in den vergangenen zwei Jahren stark zurückgegangen. Es ist höchste Zeit, den schleichenden Zerfall des Gesundheitswesens zu stoppen. Wir brauchen deshalb eine Kehrtwende in der Gesundheitspolitik“, heißt es seitens des KBV-Vorstandes. „Die aktuell stark wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung mit dem Gesundheitswesen ist für uns leider nicht überraschend. Seit Jahren warnen wir vor einem Kollaps und fordern mit konkreten und sinnvollen Maßnahmen die Rettung der Praxen. Doch in der Politik stoßen wir damit auf taube Ohren“, sagte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Gassen, und fügte hinzu: „Dass nur innerhalb von zwei Jahren der Anteil der Bürgerinnen und Bürger, die noch mit dem Gesundheitssystem zufrieden sind, von 81 auf 67 Prozent zurückgegangen ist, sollte die Bundesregierung mehr als alarmieren.“ „Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach geplanten Gesetze haben und werden diesen Abwärtstrend massiv beschleunigen. Die Gründe liegen auf der Hand: Wenn der Minister an seinem Kurs festhält, werden die Bürgerinnen und Bürger künftig mit ihren Beschwerden einen Gesundheitskiosk aufsuchen oder zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gehen müssen. Das genau wollen sie nicht. Und die Unzufriedenheit wird steigen“, warnte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Befragungen von Versicherten in der Vergangenheit hätten stets eine sehr hohe Zufriedenheit mit der ambulanten Versorgung durch die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten gezeigt. „Es ist unverständlich, warum der Minister viel Geld in neue Strukturen versenken will, statt die Praxen zu stärken.“ „Unsere Forderungen und Lösungsvorschläge, wie eine Kehrtwende gelingen kann, liegen seit langem auf dem Tisch“, sagte Vorstandsmitglied Dr. Sibylle Steiner. „Sie decken sich in großen Teilen mit den Maßnahmen, von denen sich auch die Bürgerinnen und Bürger laut Umfrage eine Stärkung des Gesundheitswesens versprechen.“ Dazu zählten die Entlastung von Ärzten durch weniger Bürokratie und Dokumentationspflichten, mehr Medizinstudienplätze und eine gezielte Verbesserung der Versorgung in ländlichen Regionen. „Gehen Sie endlich die Probleme im Sinne der Menschen in unserem Lande an und bauen Sie das Gesundheitswesen nicht länger im Alleingang um“, forderten die drei Vorstände den Minister auf. Die KBV stehe für einen echten Dialog bereit.
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