Keratokonus-Forschung: Können ultrakurze Laserpulse Diagnose und Therapie optimieren?10. September 2018 Beginnender Keratokonus. Foto: © BVA/Busse Wissenschaftler der Universitätsmedizin Rostock und der Leibniz Universität Hannover erhalten zur Erforschung der Laserwirkung am Auge eine DFG-Förderung in Höhe von 850.000 Euro. In der Augenheilkunde kommen Laser häufig zum Einsatz. Mit Laserstrahlen können Sehfehler korrigiert, der Grüne Star behandelt und Eingriffe an der Netzhaut ausgeführt werden. Vor diesem Hintergrund, so teilt die Leibniz Universität Hannover (LUH) mit, erforschen Wissenschaftler der Universitätsmedizin Rostock und der LUH die Wechselwirkungen zwischen Laser und Augengewebe. Sie entwickeln in standortübergreifenden Projekten neue Diagnostik- und Therapiekonzepte für Hornhauterkrankungen und Kurzsichtigkeit mit speziellen laseroptischen Methoden. Eines dieser Projekte wird laut LUH ab Herbst dieses Jahres von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über eine Laufzeit von drei Jahren mit 850.000 Euro gefördert. Der Betrag gehe zu gleichen Teilen jeweils an die Rostocker und die Hannoveraner Forschungsgruppe. Nutzung der Biophotonik Die Rostocker Wissenschaftler verfolgen den Ansatz, durch die Nutzung von ultrakurzen Laserpulsen beispielsweise die Diagnose und Therapie eines Keratokonus zu verbessern. Bei dieser Erkrankung verformt sich die Hornhaut wegen einer veränderten Biomechanik. „Wir hoffen, biomechanische Veränderungen frühzeitig erkennen und durch die Entwicklung neuartiger Therapiekonzepte Schmerzen während des operativen Eingriffes minimieren zu können sowie Komplikationen und Nebenwirkungen zu verringern“, erklärt Prof. Oliver Stachs, Wissenschaftler an der Augenklinik der Universitätsmedizin Rostock. Anhand von Techniken der Biophotonik (Erforschung und Anwendung der Wechselwirkung von Licht und Gewebe) sei es nun das Ziel, die Diagnostik zu verbessern und Zellen und Gewebe durch Laserstrahlen gezielt zu beeinflussen. Den therapeutischen Teil des Projektes entwickelt die Hannoveraner Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Alexander Heisterkamp vom Institut für Quantenoptik. Ähnliche Techniken werden von ihm bereits bei den Exzellenzclustern „REBIRTH“ in der Herzforschung und „Hearing4all“ in der Hörforschung angewendet. Die beiden Wissenschaftler arbeiten seit Jahren mit ihren Arbeitsgruppen beispielsweise im ehemaligen Sonderforschungsbereich der DFG „Transregio 37: Mikro- und Nanosysteme in der Medizin – Rekonstruktion biologischer Funktionen“ zusammen. Zur Rostocker Arbeitsgruppe gehören unter anderem die Physiker Prof. Heinrich Stolz und Dr. Karsten Sperlich vom Institut für Physik der Universität Rostock sowie Prof. Rudolf F. Guthoff, ehemaliger Direktor der Rostocker Augenklinik. Zum Erfolg des Projektes, so die LUH weiter, solle auch die Vernetzung der Gruppe mit weiteren Forschern innerhalb des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) beitragen (gemeinsames Forschungszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover, der Stiftung Tierärztliche Hochschule und der Leibniz Universität). Quelle: Leibniz Universität Hannover
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