Kinder mit gleichgeschlechtlichen Eltern sind sozial angepasst23. Mai 2022 Foto: © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com Erschwerte gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen stellen für Regenbogenfamilien Stressfaktoren dar, die sich jedoch nicht auf das Verhalten von Kinder und Jugendliche mit gleichgeschlechtlichen Eltern auswirken. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Sozialpsychologen der Universität Köln. Dr. Mirjam Fischer am Institut für Soziologie und Sozialpsychologie (ISS) der Universität zu Köln und ihre Kollegen zeigen, dass Kinder und Jugendliche mit gleichgeschlechtlichen Eltern genauso sozial angepasst sind wie jene mit verschiedengeschlechtlichen Eltern. Sie hatten 62 Sechs- bis Sechzehnjährige mit gleichgeschlechtlichen Eltern mit 72 Gleichaltrige mit verschiedengeschlechtlichen Eltern auf prosoziales Verhalten, Hyperaktivität, Probleme mit Gleichaltrigen, emotionale Anpassung und allgemeine Verhaltensprobleme untersucht. Frühere Studien haben gezeigt, dass gleichgeschlechtliche Eltern aufgrund ihrer sexuellen Orientierung mit erheblichen Stressoren konfrontiert sind, wie etwa Erfahrungen mit Vorurteilen und unzureichenden rechtlichen Rahmenbedingungen. Dieser zusätzliche Stress führt bei gleichgeschlechtlichen Eltern im Schnitt zu einer verminderten körperlichen und geistigen Gesundheit, was wiederum zu einer verminderten sozio-psychologischen Anpassung bei ihren Kindern führen könnte. „Die neuen Befunde zeigen deutlich, dass Regenbogenfamilien starke Resilienzstrategien haben, um ihre Kinder vor der nachgewiesenen rechtlichen und gesellschaftlichen Ablehnung zu schützen. Eltern schaffen beispielsweise ein Umfeld, in dem ihre Kinder Wertschätzung und Anerkennung von anderen bekommen und in dem andere Regenbogenfamilien ein positives Vorbild sein können. Es sollte jedoch gar nicht erst nötig sein, dass Eltern diese Strategien entwickeln müssen“, sagt Fischer. Die Studie basiert auf Befragungsdaten aus den niederländischen Melderegistern und liefert somit bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse für Familien mit Eltern zwischen 30 und 65 Jahren. Die Befunde decken sich mit der Vielzahl an nichtrepräsentativen Forschungsergebnissen. Die Wissenschaftler empfehlen daher, dass Forschung und Politik sich von defizitgetriebenen Vergleichen zwischen gleich- und verschiedengeschlechtlichen Eltern wegbewegen. Stattdessen sollten Unterstützungsangebote für Regenbogenfamilien an deren bereits bestehende Resilienzstrukturen anknüpfen und diese weiter stärken.
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