Kinder- und Jugendärzte fordern allgemeine Impfpflicht für Erwachsene22. November 2021 Foto: ©Bihlmayerfotografie – stock.adobe.com Angesichts der vierten Corona-Welle fordert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte die umgehende Einführung einer allgemeinen Impfpflicht für Erwachsene. Dies wurde auf der jährlichen Delegiertenversammlung in einer Resolution beschlossen. Impfungen trügen zu einer Rückkehr zur Normalität und zur Wiedereinsetzung der Grundrechte aller Bürger, aber insbesondere der Grundrechte der Kinder und Jugendliche bei, erklärten die Kinder- und Jugendmediziner. Hierzu zählten insbesondere die freie Entfaltung der Persönlichkeit, das Recht auf uneingeschränkte und freie Bildung und das Recht eines wieder normalen Lebens im Schutze der eigenen Familien. „Kinder und Jugendliche haben seit Beginn der Pandemie die größten Opfer gebracht, obwohl sie weniger die Intensivstationen belegen, ja oft nicht einmal medizinisch versorgt werden müssen, wenn sie sich mit dem Corona-Virus infiziert haben,“ erklärte BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach. „Unter den Lockdown-Maßnahmen haben sie dagegen mehr gelitten als andere Bevölkerungsgruppen. Viele haben psychosoziale Störungen entwickelt, Adipositas, Spielsucht und Lernrückstände. Vor allem Kinder aus sozial prekären Familien haben gelitten und leiden weiterhin. Das können wir nicht länger hinnehmen als Gesellschaft, wenn wir nicht eine ganze Generation verlieren wollen. Wir brauchen die Zusage der Politik, dass Schulen nur als allerletzte Möglichkeit zur Bewältigung der Pandemie geschlossen werden dürfen, und wir brauchen die allgemeine Impfpflicht für Erwachsene”, forderte Fischbach. Die derzeit von der STIKO empfohlenen Impfstoffe seien wirksam und verträglich. Studien und Anwendungsbeobachtungen von Millionen geimpfter Personen hätten das bewiesen. Nur wenn die derzeit noch 15 Millionen ungeimpften Personen weitgehend geimpft würden, könnte die Pandemie beherrscht und das Gesundheitswesen aufrechterhalten werden, heißt es in dem Beschluss. “In diesem Zusammenhang brauchen wir auch eine Aufhebung von Spahns BioNTech-Deckelung. Sie ist inakzeptabel. Der BioNTech-Impfstoff, dem die Menschen vertrauen, darf nicht zurückgehalten werden. BioNTech ist der Impfstoff, den Kinder- und Jugendliche am besten vertragen, die STIKO empfiehlt ihn als ausschließlichen Impfstoff für diese Altersgruppe. Wenn wir nur die eingeschränkte Menge zur Verfügung haben, können wir viele unserer Patienten nicht impfen”, kritisierten die Kinder- und Jugendärzte.
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