Kinderchirurgen: Patientensicherheit braucht kontinuierliche und verlässliche Versorgung17. September 2026 Foto: © Azeemud/peopleimages.com – stock.adobe.com „Chronisch kranke Kinder und Jugendliche brauchen eine engmaschige und kontinuierliche Behandlung, bei der alle Beteiligten den Patienten mit all seinen Bedürfnissen im Blick haben.“ Mit diesem Motto positionieren sich die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendchirurgie (DGKJCH) und der Berufsverband niedergelassener Kinderchirurgen Deutschlands (BNKD) anlässlich des Welttages der Patientensicherheit. Chronisch krank zu sein bedeutet bei einem Kind und Jugendlichen häufig, über viele Jahre mit unterschiedlichen medizinischen Einrichtungen, Fachdisziplinen und Behandlungsteams in Kontakt zu stehen. „Patientensicherheit beginnt bei der richtigen Diagnose, setzt sich über die Auswahl und Koordination der Behandlung fort und reicht bis zur langfristigen Nachsorge im häuslichen Umfeld“, erklärt DGKJCH-Präsident Prof. Guido Seitz. „Damit geht sie weit über das Geschehen im OP hinaus.“ Gerade bei chronisch kranken Kindern und Jugendlichen ist daher eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Kinderarztpraxis, Kinder- und Jugendchirurgie, Kinder- und Jugendkliniken, Organspezialisten, Pflege, Rehabilitation und gegebenenfalls Sozial- und Jugendhilfe entscheidend. „Für Kinder und Jugendliche ist Versorgungskontinuität ein gesundheitsrelevanter Faktor. Dies muss bestenfalls an einem Ort geschehen und nicht aus Gründen der Bündelung und Konzentration von Versorgungsleistungen über die Republik verteilt. Denn ihre Erkrankungen, ihre Therapien und ihre Bedürfnisse verändern sich mit Alter und Entwicklung. Diesen Prozess müssen alle Beteiligten im Blick behalten und bei der Behandlung und Therapie berücksichtigen. Zudem sind Eltern und andere Bezugspersonen unverzichtbare Partner. Sie müssen die Möglichkeit haben, regelmäßig kinderchirurgische Einrichtungen zu besuchen und ihre Kinder zu begleiten“, betont DGKJCH-Pressesprecher Dr. Joachim Suß. Versorgungslücke als Sicherheitsrisiko Jede Lücke in der Versorgung könne ein Sicherheitsrisiko darstellen, warnen DGKJCH und BNKD. Wenn Befunde nicht rechtzeitig vorliegen, Verantwortlichkeiten unklar sind oder Nachsorge nicht organisiert ist, entstehen gerade bei komplex erkrankten Kindern vermeidbare Komplikationen. Notwendig seien deshalb integrierte Versorgungsstrukturen, eine starke Primärversorgung und eine aktive Einbindung der Patienten und ihrer Familien. Die aktuellen gesundheitspolitischen Veränderungen sehen die Fachgesellschaft und der Berufsverband in diesem Zusammenhang mit Sorge. Daher setzen sie sich dafür ein, dass neue Versorgungsansätze für chronisch kranke Kinder und Jugendliche als eine berufsgruppenübergreifende und koordinierte Versorgung etabliert werden, die ausdrücklich auch Übergänge zwischen stationärer und ambulanter Versorgung berücksichtigt. „Die kinderchirurgischen Praxen spielen hier sowohl in ländlichen Gegenden als auch in Ballungszentren für eine nahtlose Versorgung eine zentrale Rolle“, erklärt der Vorsitzende des BNKD, Dr. Ralf Lippert. Das diesjährige Motto des Welttags der Patientensicherheit „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen – für ein gutes Leben!“ müsse für chronisch kranke Kinder und Jugendliche daher heißen: „Eine verlässliche kinder- und jugendchirurgische stationäre und ambulante flächendeckende Versorgung von Anfang an und über alle Lebensphasen und Gesundheitsstrukturen hinweg.“
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