NCL-Forschungspreis für Chloridionen-Kanal-Forschung verliehen17. September 2026 Prof. Tobias Stauber, MSH Medical School Hamburg, ist mit dem NCL-Forschungspreis ausgezeichnet worden. (Quelle: © Mathias Baustian/NCL-Stiftung) Prof. Tobias Stauber von der MSH Medical School Hamburg ist für sein Projekt zur biophysikalischen Charakterisierung des lysosomalen Chloridionen-Kanals CLN3 mit dem NCL-Forschungspreis ausgezeichnet worden. Der mit 50.000 Euro dotierte Preis wurde im Rahmen des 21. NCL-Kongresses in Hamburg verliehen. Stauber, Professor für Biochemie an der MSH Medical School Hamburg, baut sein gefördertes Projekt auf einer zentralen Entdeckung zur Erkrankung CLN3 auf, einer der häufigsten Formen der Neuronalen Ceroid Lipofuszinosen (NCL): Erst Anfang 2026 haben Forschende veröffentlicht, dass das CLN3-Protein, das bei der CLN3-Erkrankung defekt ist, als Chloridionen-Kanal in der Lysosomenmembran fungiert. Stauber, der bereits seit vielen Jahren an Chloridionen-Kanälen forscht, möchte nun mithilfe elektrophysiologischer Methoden das intakte CLN3-Protein genauer charakterisieren und seine Funktion als Ionenkanal testen. Außerdem wird er diese Analysen auch an veränderten, teilweise defekten Varianten des CLN3-Proteins durchführen, wie sie bei der CLN3-Erkrankung vorkommen. Durch den Vergleich der Daten von unterschiedlichen Varianten will Stauber ermitteln, wie die Protein-Veränderungen die Funktionen des Chloridionen-Kanals beeinträchtigen. „Die NCL-Stiftung schafft seit vielen Jahren die Voraussetzungen dafür, dass innovative Forschung zu dieser seltenen und verheerenden Erkrankung überhaupt möglich wird“, erklärte Stauber. „Der jüngste Bericht, dass CLN3 als lysosomaler Chloridionen-Kanal fungieren könnte, eröffnet neue Möglichkeiten, die Krankheitsmechanismen der CLN3-Erkrankung zu entschlüsseln. Mit diesem Forschungspreis können wir nun untersuchen, welche Rolle Chlorid dabei spielt und wie krankheitsassoziierte CLN3-Varianten diese Prozesse verändern“, so der Preisträger weiter. Der Preis wurde im Rahmen des diesjährigen NCL-Kongresses überreicht, der regelmäßig von der NCL-Stiftung organisiert wird. Zum Kongress am 13. und 14. September 2026 waren in diesem Jahr mehr als 30 NCL-Fachleute aus acht verschiedenen Ländern zusammengekommen, um sich über die neuesten Erkenntnisse und zukünftigen Forschungsprojekte zu NCL auszutauschen.
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