Klare Orientierungshilfe: Neue S2k-Leitlinie zur flexiblen Bronchoskopie bei Erwachsenen veröffentlicht15. April 2025 Darstellung Bronchoskopie. (Grafik: © pikovit/stock.adobe.com) Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) ist die S2k-Leitlinie „Sicherheit der diagnostischen flexiblen Bronchoskopie bei Erwachsenen“ veröffentlicht worden. „Die Bronchoskopie gehört zu den sichersten Verfahren in der Pneumologie“, erklärt PD Dr. Ralf-Harto Hübner, Standortleiter der Klinik für Pneumologie, Beatmungsmedizin und Intensivmedizin mit dem Arbeitsbereich Schlafmedizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin. „Aber wir stehen vor einer neuen Umstrukturierung im Gesundheitssystem, vor allem durch die Ambulantisierung. Deswegen ist es sehr wichtig, dass die Strukturvoraussetzungen genau definiert werden. Diese neue Leitlinie leistet dazu einen wesentlichen Beitrag.“ Hübner hat die Leitlinie koordiniert – gemeinsam mit Prof. Jürgen Hetzel, Leiter Bronchoskopie und leitender Arzt in der Pneumologie am Universitätsspital Basel, und PD Dr. Lars Hagmeyer, Chefarzt am Lungenfachkrankenhaus Bethanien in Solingen. Insgesamt zwölf Fachgesellschaften und -organisationen waren an dem dreijährigen Arbeitsprozess beteiligt, darunter auch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Das neue Werk richtet sich an alle stationär und ambulant ärztlich und pflegerisch Tätigen in der Pneumologie, Anästhesie, Intensivmedizin, Thoraxchirurgie und Krankenhaushygiene. Definiert wurden zum einen die räumlichen, strukturellen und personellen Voraussetzungen der diagnostischen flexiblen Bronchoskopie. „In intensiven Diskussionen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass man die eine Bronchoskopie mit der anderen nicht vergleichen kann. Deswegen haben wir zum Beispiel auch Risiko-Patientinnen und -Patienten unter Berücksichtigung ihres funktionellen Zustandes definiert. Diese Betroffenen benötigen mehr Fachpersonal und auch mehr apparative und strukturelle Voraussetzungen“, erklärt Hübner. Genaue Definitionen der Prozeduren und eigenes Hygiene-Kapitel Haben die Bronchoskopie-Leitlinie koordiniert (v.l.): Ralf-Harto Hübner, Jürgen Hetzel und Lars Hagmeyer. (Fotos: © privat/ © privat / © Mike Auerbach) Genau definiert wurden ebenso die einzelnen Prozeduren im Rahmen der Untersuchung. Dazu zählen die schon seit rund 40 Jahren etablierte bronchoalveoläre Lavage, aber auch Schleimhautproben, periphere Proben im Lungengewebe und Biopsie-Verfahren von Lymphknoten. „Wir haben uns vor allem darauf fokussiert, wie wir gutes Probenmaterial bekommen, um auch eine ertragreiche Bronchoskopie zu gewährleisten, sodass weitere Bronchoskopien im Anschluss möglichst vermieden werden“, so Hübner. Den Abschluss der neuen Leitlinie bildet zudem ein eigenes Kapitel zu hygienischen Standards, um den Schutz für die Patienten und die Behandelnden zu sichern. „In vielen Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen merken wir, dass der Wunsch und das Interesse nach einer solchen Leitlinie groß sind. Nun haben wir ein Werk geschaffen, in dem die wichtigsten Expertinnen und Experten in Deutschland eine klare und sehr praktisch ausgerichtete Orientierungshilfe geben. Wir sind sehr zuversichtlich, dass die neue Leitlinie entsprechend wahrgenommen, geteilt und auch angewendet wird“, sagt Hübner.
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