Klarzelliges Nierenzellkarzinom bei Von-Hippel-Lindau-Krankheit: Progression trotz engmaschiger Überwachung festgestellt

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Das Klarzellige Nierenzellkarzinom (RCC) stellt eine erhebliche Belastung für Patienten mit Von-Hippel-Lindau-Krankheit (VHL) dar, weil es selbst in einem engmaschig überwachten, multidisziplinären klinischen Umfeld häufig zu Progression, Operationen und Metastasenbildung kommt.

So lautet das Studienergebnis eines Forscherteams um Erstautor W. Marston Linehan vom National Cancer Institute in Bethesda (MD, USA). Die Wissenschaftler identifizierten weiterhin die Chronische Nierenkrankheit (CKD) als einen unterschätzten Aspekt von VHL. Diese Erkenntnisse können einen Kontext für die Antitumoraktivität neuer Behandlungen für RCC liefern.

Das Verständnis des natürlichen Krankheitsverlaufs des mit der VHL assoziierten RCC ist entscheidend für die Entwicklung optimaler klinischer Behandlungsansätze und die Interpretation von Studienergebnissen für vergleichbare Populationen und Endpunkte. In der aktuellen Studie überprüften die Forschenden den natürlichen Krankheitsverlauf bei 244 Patienten mit VHL und Nierentumoren mit einer Größe von mindestens 10 mm, die zwischen 2004 und 2020 am US-amerikanischen National Cancer Institute untersucht und behandelt worden waren. Die Forscher analysierten radiologische Ergebnisse, Nierenoperationen, Metastasen, Operationsfolgen, einschließlich CKD, und Mortalität. Die radiologischen Ergebnisse wurden gemäß den RECIST-Kriterien bewertet.

Operationen während des Follow-up bei gut einem Drittel der Patienten

Bei 178 Patienten mit mindestens drei aufeinanderfolgenden Tumoruntersuchungen und einer Nachbeobachtung von bis zu fünf Jahren lag die Rate der spontanen Tumorregression (≥30 % Rückgang) bei 1,8 Prozent (95 %-KI 0,4–5,2). Die Wahrscheinlichkeit, dass es trotz konkurrierender Risiken nach fünf Jahren nicht zu einer Krankheitsprogression kam, lag bei 37 Prozent (95 %-KI 30–44).

Im Verlauf der Nachuntersuchung wurden 186 von 244 Patienten einer oder mehreren Nierenoperationen unterzogen, bei 108 von 244 Patienten waren es zwei oder mehr. Metastasen des RCC traten bei zwölf Patienten auf. 41 Prozent der operierten Patienten entwickelten postoperativ eine CKD.

(ri)