Kleine Reminiszenz an die eindrücklichsten Lebensmittelskandale

Sehen so frisch aus, die E.-colis – doch das Bild kann täuschen: 2011 sorgten Enterohämorrhagische Escherichia-Coli-Stämme für zahlreiche Todesfälle. (E. coli bacterium – 3D Render) Abb.: fotoliaxrender – stock.adobe.com

Von Gammelfleisch und anderen Unappetitlichkeiten: Immer wieder geraten Lebensmittel durch Keimbelastungen und Hygienemängel in die Schlagzeilen. Welche Skandale Verbraucher besonders schockiert haben.

Hygienemängel, Verunreinigungen, Lebensmittelbetrug: Neben dem Wilke-Wurst-Skandal hat es in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche weitere Lebensmittelskandale gegeben. Darum erinnert eine Auswahl an die den Markt erschütterndsten darunter.

BSE-Krise in Europa

In den 1980er- und 1990er-Jahren kommt es zunächst in Großbritannien, dann auch in anderen Staaten zu einer BSE-Epidemie. BSE, umgangssprachlich auch als Rinderwahnsinn bezeichnet, ist die Abkürzung für Bovine spongiforme Enzephalopathie. Bei der Krankheit bildet sich die Gehirnsubstanz der Rinder zurück. Der Verzehr von mit BSE verseuchtem Fleisch kann beim Menschen die tödlich verlaufende Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK) auslösen. 

In Deutschland wird erstmals 2000 ein Rind mit BSE diagnostiziert, es folgen mehrere Hundert Fälle. Infolgedessen werden Tausende Tiere notgeschlachtet, der Rindfleischkonsum bricht ein. Einen vCJK-Fall gibt es in Deutschland nicht. Als Auslöser für die Rinderseuche gilt die Verfütterung von unzureichend erhitztem Tiermehl. 

Mehr zu Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien (TSE):

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Gammelfleisch in zahlreichen Betrieben

2005 decken Kontrolleure in einem Betrieb im nordrhein-westfälischen Gelsenkirchen tonnenweise Gammelfleisch auf. In der Folge werden in ganz Deutschland weitere Fälle bekannt, bei denen Betriebe nicht genussfähiges Fleisch gelagert, neu etikettiert und weiterverkauft haben. 

Dioxin in Eiern

Mit dem als krebserregend geltenden Gift belastete Eier sorgen mehrfach für Schlagzeilen. Unter anderem schrecken Ende 2010 Dioxinfunde in Eiern und Geflügel die Verbraucher auf. Infolgedessen werden Tausende Bauernhöfe bundesweit gesperrt, Legehennen getötet. Auch der Verkauf von Eiern aus betroffenen Betrieben wird gestoppt. Als Auslöser gilt verunreinigtes Futtermittel.

Fipronil-Skandal

Ebenfalls riesige Ausmaße erreicht 2017 der Skandal um giftiges Fipronil in Hühnereiern. Das Insektizid war über ein Reinigungsmittel in die Nahrungskette gelangt. Als Konsequenz müssen Millionen in der ganzen EU ausgelieferte Eier vernichtet werden, auch in Deutschland. Hunderte Hühnerfarmen werden zeitweise gesperrt, vor allem in Belgien und den Niederlanden.

EHEC-Ausbruch

2011 lösen verunreinigte Sprossen eine weltweite Infektionswelle durch Enterohämorrhagische Escherichia-Coli-Stämme (EHEC) aus. Die schwere Komplikation HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom) trifft in nur zwei Monaten 855 Menschen in Deutschland. Fast 4.000 Infizierte zählt das RKI, vor allem in Norddeutschland. 53 Menschen sterben.

Allerhand Getier in bayerischer Großbäckerei

Lebensmittelkontrolleure finden 2012 Mäuse, Schaben, Maden, Fruchtfliegen, Käfer, Motten und Rost in einer bayerischen Großbäckerei. Trotz dieser massiven Hygienemängel werden dort täglich Zehntausende Brötchen, Brote und Feinbackwaren gebacken. 

Europaweiter Pferdefleischskandal

2013 sorgt der europaweite Pferdefleisch-Skandal für Schlagzeilen.

Tausende Tiefkühl-Fertiggerichte wie Lasagne, Gulasch oder Bolognese werden als Rindfleisch deklariert, enthalten aber nicht deklariertes Pferdefleisch. Betroffen sind auch deutsche Discounter und Supermärkte.

Bundeslandwirtschaftsministerium zu BSE

BMLEH – Tierseuchen – BSE – Bovine Spongiforme Enzephalopathie