Kleines Protein schützt Pankreaszellen in Typ-1-Diabetes-Modell17. August 2021 Foto: © Coloures-Pic/stock.adobe.com Eine neue Studie hat gezeigt, dass die Behandlung von für Typ-1-Diabetes anfälligen Mäusen mit dem kleinen Protein MOTS-c das Immunsystem daran hindert, insulinproduzierende Pankreaszellen zu zerstören, wodurch das Auftreten der Autoimmunerkrankung effektiv verhindert wurde. Das kleine Protein scheint eine große Rolle bei der Regulierung des Immunsystems zu spielen, wie der Prof. Changhan David Lee von der Leonard Davis School of Gerontology in Los Angeles (USA), einer der korrespondierenden Autoren der Studie, berichtet. Regulierung des Immunsystems Bei Mäusen, die gentechnisch verändert worden waren, um einen Typ-1-Diabetes zu entwickeln, verhinderten MOTS-c-Injektionen den Ausbruch der Krankheit. Die neue Studie zeigt, wie die Behandlung von Mäusen mit MOTS-c regulatorische T-Zellen unterstützt und dadurch die Aktivierung von „Killer“-T-Zellen reduziert, die gesunde Zellen in den Pankreasinseln fälschlicherweise angreifen . „Wir sind in der Lage, das Auftreten von Typ-1-Diabetes in Mausmodellen zu verhindern“, erklärt Lee. „MOTS-c-Injektionen scheinen das Immunsystem zu zähmen und ihm zu sagen, dass es die eigenen Zellen nicht angreifen soll.“ Umgekehrt wiesen Typ-1-Diabetiker in einer anschließenden Analyse beim Menschen im Vergleich zu Nicht-Diabetikern signifikant niedrigere MOTS-c-Spiegel im Blut auf. Eine Studie mit menschlichen Zellen sowohl von Diabetikern als auch von Nicht-Diabetikern ergab, dass eine MOTS-c c-Behandlung die Aktivierung von „Killer“-T-Zellen reduzierte. Neue Behandlungsziele Diese potenzielle immunregulierende Rolle von MOTS-c verdeutliche neue Ziele für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen jenseits des Typ-1-Diabetes, so Lee. „Lange Zeit nahm man an, dass das Immunsystem ausschließlich im nukleären Genom kodiert ist“, sagte Lee. „Jetzt bringen wir einen Immunregulator ins Spiel, der im mitochondrialen Genom kodiert ist.“ MOTS-c ist eines von mehreren kürzlich identifizierten Hormonen, die in der DNA von Mitochondrien kodiert sind. Lee und Prof. Pinchas Cohen, Dekan der Leonard Davis School der University of Southern California, haben MOTS-c und dessen Rolle bei der Wiederherstellung der Insulinsensitivität und der Bekämpfung einer ernährungsbedingten und altersabhängigen Insulinresistenz erstmals im Jahr 2015 beschrieben. Das Team untersuchte zudem die Rolle von MOTS-c bei der intrazellulären Kommunikation sowie die Expression des Hormons im Gehirn. „Das mitochondriale Genom kodiert für zuvor unbekannte Gene, die kleine Proteine mit mehreren physiologischen Funktionen ergeben, darunter Altern, Bewegung, Stoffwechsel und Immunität“, sagte Lee. „Weitere Studien zum molekularen Mechanismus dieser mitochondrial kodierten Peptide laufen derzeit und könnten neue therapeutische Ziele für Autoimmunerkrankungen liefern, die mit zunehmendem Alter verstärkt auftreten.“
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