Klimaschutz durch Tierhaltung15. Juli 2024 (Symbolbild) Foto: © lhannemann – pixabay.com Wie kann die landwirtschaftliche Tierhaltung möglichst klimafreundlich gestaltet werden? Im neuen Verbundvorhaben „Klimaschutz durch Tierhaltung (KlimaTier)“ werden bis Mitte 2027 Strategien für klimafreundliche Tierhaltungssysteme unter sozioökonomischen Gesichtspunkten entwickelt und erprobt. Im Fokus stehen dabei Betriebe des Ökolandbaus. Als universitäre Forschungspartner im Verbund kooperieren die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und die Technische Universität München (TUM). Das Projekt wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Klimaschutz in der Landwirtschaft“ mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert; auf die JLU entfallen davon rund 575.000 Euro. Neben dem Klimaschutzaspekt soll KlimaTier dazu beitragen, den Anteil des Ökolandbaus bis zum Jahr 2030 auf 30 Prozent zu steigern, ein Ziel der Bundesregierung. Während die Betriebsanalysen und Klimabilanzierungen von der TUM durchgeführt werden, erfolgen die sozio-ökonomischen Analysen in KlimaTier durch die Professur für Betriebslehre der Ernährungswirtschaft und des Agribusiness der JLU unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Herzig. „Wir untersuchen und bewerten die Ökosystem- und Gemeinwohlleistungen der Produktionssysteme aus einer ökonomischen Perspektive“, erläutert Prof. Herzig. Dabei sollen die Klimaschutzleistungen monetarisiert und die wahren Kosten der Lebensmittelproduktion ermittelt werden. „Zum anderen analysieren wir sozio-ökonomische Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für klimaschonende ökologische Gemischtbetriebe mit Milchviehhaltung auf Ebene des Betriebs und der Wertschöpfungskette. Weiterhin betrachten wir die gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen und Fragen der Vermarktung entsprechender Produkte.“ Zusammenarbeit mit Betrieben des Ökolandbaus Die Forschenden gehen davon aus, dass durch die Integration von Pflanzenbau und Tierhaltung in Gemischtbetrieben Nährstoffkreisläufe, Klimawirkungen und weitere Umwelteffekte gegenüber spezialisierten Betrieben erheblich verbessert werden können. Die optimale Anpassung der Tierhaltung und der Tierbestände an betriebliche Ressourcen sowie eine effektive Gestaltung innerbetrieblicher Stoffkreisläufe stehen dabei im Mittelpunkt. In Zusammenarbeit mit Betrieben des Ökolandbaus werden unter anderem Fragen zur Arbeitsorganisation in den Betrieben sowie der Wirtschaftlichkeit betrachtet. Die Ergebnisse werden für Beratung, Politik und die Öffentlichkeit aufbereitet. Sie sollen prinzipiell auch in konventionellen Tierhaltungssystemen anwendbar sein. Koordiniert wird das Projekt vom Forschungsring e.V. aus Darmstadt. Gemeinsam mit den Praxispartner Bioland Beratung GmbH und die Öko-BeratungsGesellschaft mbH werden drei Praxisforschungsnetzwerke in Hessen und Bayern aufgebaut. „Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf Gemischtbetrieben mit Milchvieh, da diese zu den wichtigsten Produktionssystemen des ökologischen Landbaus gehören“, so Dr. Christopher Brock vom Forschungsring, der das Verbundvorhaben koordiniert.
Mehr erfahren zu: "Berberaffen in Norddeutschland: Forscher finden über 300.000 Jahre alten Zahn" Berberaffen in Norddeutschland: Forscher finden über 300.000 Jahre alten Zahn Ein Forschungsteam hat einen Zahn aus der archäologischen Fundstelle Schöningen in Niedersachsen untersucht. Der äußerst seltene Fund ist der nördlichste Nachweis eines Makaken in Kontinentaleuropa. Heute sind Berberaffen stark vom […]
Mehr erfahren zu: "Bach ist nicht gleich Bach: Studie enthüllt überraschend lokale Anpassung" Bach ist nicht gleich Bach: Studie enthüllt überraschend lokale Anpassung Ein Forschungsteam der Universität Bern zeigt mit einem gross angelegten Freilandexperiment, dass Populationen derselben Fischart viel spezifischer an ihre Umgebung angepasst sind als bisher angenommen.
Mehr erfahren zu: "West-Nil-Virus tritt 2026 bisher nur moderat auf in Deutschland" West-Nil-Virus tritt 2026 bisher nur moderat auf in Deutschland Im Gegensatz zu den deutlichen WNV-Infektionsgeschehen in den südeuropäischen Ländern, wie z.B. Italien, Griechenland und Spanien oder auch vermehrten Infektionsfällen in Belgien oder den Niederlanden, registriert das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) derzeit […]