Klimawandel könnte sich während der Schwangerschaft auf das Geburtsgewicht auswirken

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Eine neue Studie der Curtin School of Population Health, Australien, zeigt, dass extreme biothermische Belastungen offenbar vor allem mit Veränderungen des Geburtsgewichts von Babys im Gestationsalter verbunden sind.

Der Klimawandel könnte ein großes Risiko für die reproduktive Gesundheit der Australier darstellen. Eine neue, groß angelegte Studie der Curtin University zeigt einen möglichen Zusammenhang zwischen extremer bioklimatischer Exposition während der Schwangerschaft und dem Geburtsgewicht von Babys im Gestationsalter.

Forscher der Curtin School of Population Health untersuchten mehr als 385.000 Schwangerschaften in Westaustralien zwischen den Jahren 2000 und 2015, begonnen ab 12 Wochen vor der Empfängnis bis zur Geburt. Zu diesen Schwangerschaften zählten 9,8 Prozent beziehungsweise 9,9 Prozent der Kinder, die zu klein beziehungsweise zu groß für das Gestationsalter geboren wurden. Das Team konzentrierte sich auf den Zusammenhang zwischen niedrigem und hohem Geburtsgewicht im Gestationsalter und der Hitze- oder Kältebelastung (biothermischer Belastung) einer Person draußen im Freien während der Schwangerschaft.

Dazu verwendeten die Forscher den Universal Thermal Climate Index (UTCI), ein biothermisches Instrument, das die physiologische Reaktion einer Person auf die thermische Umgebung beschreibt. Es ist die erste Studie, die den UTCI verwendet, um die bioklimatische Exposition vor und während der Schwangerschaft sowie das Risiko zu messen, zu klein oder zu groß für das Gestationsalter geboren zu werden.

Es wurde festgestellt, dass niedriger sowie hoher biothermischer Stress zu bestimmten Zeitpunkten in der Schwangerschaft offenbar mit einem höheren Risiko verbunden ist, dass Babys für ihr Gestationsalter bei der Geburt kleiner oder größer sind.

Die durchschnittliche biothermische Belastung lag zwischen 8,1 und 30,0 Grad Celsius, ein Bereich, der auf der UTCI-Skala leichten Kältestress und moderaten Hitzestress anzeigte. Die Studie ergab, dass extreme biothermische Belastungen – Kältestress und Hitzestress- im Vergleich zum Median (kein thermischer Stress) am stärksten mit Veränderungen des Geburtsgewichts im Gestationsalter verbunden zu sein schienen.

Der Studienleiter Dr. Sylvester Nyadanu sagt, dies gelte insbesondere für bestimmte Phasen der Schwangerschaft. „Die Größe eines Babys bei der Geburt steht in engem Zusammenhang mit dem Sterblichkeitsrisiko im ersten Jahr, mit Entwicklungsproblemen im Kindesalter und dem Risiko verschiedener Krankheiten im Erwachsenenalter“, kommeniert Nyadanu.

„Diese Ergebnisse stützen unsere Bedenken, dass das Risiko, ein Baby zu bekommen, das für sein Gestationsalter zu klein oder zu groß ist, offenbar zunimmt, wenn es Umweltbedingungen ausgesetzt wird, die in den späteren Stadien der Schwangerschaft biothermischen Stress verursachen“, fügt Nyadanu hinzu.

Der Experte erklärt, dass die Studie Teil der zunehmenden Beweise dafür sei, dass der Klimawandel die reproduktive Gesundheit bedroht. „Thermische Belastungen verstärken die Dehydrierung und lösen oxidativen Stress und systemische Entzündungsreaktionen aus, was zu negativen Auswirkungen auf die reproduktive und fetale Gesundheit führt“, erklärt Nyadanu.