Neues Medikament zeigt anhaltendes klinisches Ansprechen bei platinresistentem Ovarialkarzinom

Symbolbild KI-generiert mit Gemini.

Ein neues Medikament erreichte in einer Phase-1/2-Studie bei 109 Patientinnen mit platinresistentem Ovarialkarzinom eine bestätigte objektive Ansprechrate von 45,9 Prozent. Das mediane progressionsfreie Überleben lag bei 9,5 Monaten. Die Ergebnisse stammen aus einer laufenden klinischen Entwicklung.

Rinatabart Sesutecan (Rina-S) ist ein gegen den Folatrezeptor alpha (FRα) gerichtetes Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC), das einen Topoisomerase-I-Inhibitor (TOPO1-Inhibitor) als Wirkstoffkomponente nutzt. Es wird unter anderem zur Behandlung des platinresistenten Ovarialkarzinoms untersucht. Die auf dem Kongress der International Gynecologic Cancer Society (IGCS) am 3. Oktober 2026 in Montreal vorgestellten Daten stammen aus Teil C der Phase-1/2-Studie RAINFOL-01.

Ansprechen auch bei niedriger FRα-Expression

Bei den 109 behandelten Patientinnen mit platinresistentem Ovarialkarzinom lag die bestätigte objektive Ansprechrate bei 45,9 Prozent (95%-KI: 36,3–55,7), darunter fünf Fälle von vollständigem Ansprechen. Die mediane Ansprechdauer betrug 12,1 Monate (95%-KI: 6,5–15,4). Bei 51 Prozent der Patientinnen, die auf die Behandlung angesprochen hatten, bestand das Ansprechen nach einem Jahr weiterhin fort.

Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 9,5 Monate (95%-KI: 7,6–11,3). Eine antitumorale Aktivität wurde unabhängig vom FRα-Expressionsniveau beobachtet, auch bei Patientinnen mit niedriger oder nicht nachweisbarer FRα-Expression sowie unabhängig von einer vorherigen Behandlung mit Mirvetuximab-Soravtansin.

In der Kohorte von Teil C der Phase-1/2-Studie RAINFOL-01 wurde Rina-S in einer Dosierung von 120 mg/m² alle drei Wochen als Monotherapie bei Patientinnen mit platinresistentem hochgradig serösem Ovarialkarzinom, primärem Peritonealkarzinom oder Eileiterkarzinom untersucht, wobei zu letzteren beiden Gruppen keine Ergebnisse angegeben wurden. Die eingeschlossenen Patientinnen hatten zuvor eine bis drei Therapielinien erhalten. Bei Patientinnen, die zuletzt Mirvetuximab-Soravtansin erhalten hatten, waren bis zu vier vorherige Therapielinien zulässig.

Mehr als die Hälfte der Patientinnen (53 %) hatte bereits drei oder vier Therapielinien erhalten. Alle Patientinnen waren zuvor mit Bevacizumab und einem Taxan behandelt worden. 49,5 Prozent hatten einen PARP-Inhibitor erhalten, 33 Prozent Mirvetuximab-Soravtansin. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug mehr als ein Jahr.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Zu den häufigsten unter der Behandlung aufgetretenen unerwünschten Ereignissen (TEAEs) zählten Fatigue (57,8 %) sowie leichte bis mäßige gastrointestinale Ereignisse (Grad 1–2), darunter Übelkeit (67,9 %), Erbrechen (36,7 %), Obstipation (26,6 %), verminderter Appetit (23,9 %) und Bauchschmerzen (18,3 %).

Die häufigsten hämatologischen TEAEs waren Anämie (57,8 %), Neutropenie (57,8 %), eine verminderte Thrombozytenzahl (34,9 %) und Thrombozytopenie (34,9 %). Bei etwa einem Drittel der Studienteilnehmerinnen wurden schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SAEs) berichtet. Bei 5,5 Prozent der Teilnehmerinnen führten TEAEs zum Abbruch der Behandlung. Nach Angaben des Unternehmens wurden keine Sicherheitssignale für okuläre Toxizität, periphere Neuropathie, interstitielle Lungenerkrankung (ILD) oder Stomatitis beobachtet.

Rinatabart Sesutecan wird derzeit in einem Phase-3-Studienprogramm weiter untersucht. Die Ergebnisse aus Teil C von RAINFOL-01 ergänzen damit die bisher vorliegenden klinischen Daten zum Wirkstoff bei Patientinnen mit platinresistentem Ovarialkarzinom.