Klimawandel treibt Krankheitslast kardiovaskulärer Erkrankungen nach oben

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Die durch den Klimawandel weltweit steigenden Temperaturen dürften die Belastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) noch verschärfen, wie Wissenschaftler aus Australien jüngst herausfanden. Unter Verwendung der australischen Burden-of-Disease-Datenbank untersuchten sie die Krankheitslast von CVD, die hohen Temperaturen zuzuschreiben ist, und prognostizierten darüber die zukünftige Belastung im Kontext des Klimawandels.

Die Daten zu durch CVD verursachten behinderungsbereinigten Lebensjahren (Disability-Adjusted Life Years, DALYs), einschließlich verlorener Lebensjahre und mit Behinderung gelebter Jahre, wurden aus der australischen Burden of Disease-Datenbank entnommen. Die Forscher entwickelten unter Verwendung ortsspezifischer Prädiktoren und relativer Risiken aus früheren Studien ein Metaregressions-Modell, um das Risiko für CVD-bedingte Mortalität und Morbidität durch hohe Temperaturen in Australien zu schätzen. Als Basislast galten CVD, die zwischen 2003 und 2018 hohen Temperaturen zugeschrieben wurden. Diese lag bei 7,3% (95%-KI 7,0–7,6), was 223,8 DALYs (95%-KI 221,0–226,6) pro 100.000 Einwohner entspricht.

Darauf basierend berechneten die Studienautoren zukünftige Lasten für die 2030er- und 2050er-Jahre mit je 2 Szenarien für die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen (Representative Concentration Pathways RCP4.5 und RCP8.5). Dabei berücksichtigten sie auch demografische Veränderungen und die Anpassung des Menschen an die veränderten Bedingungen.

In allen untersuchten Szenarien zeigten die zukünftigen Projektionen einen stetigen Anstieg der CVD-Belastung. Unter dem RCP8.5-­Szenario erwarten die Forscher bis zu den 2050er-Jahren – unter Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums aber ohne menschliche Anpassung – dass sich die gesamte CVD-Last im Vergleich zum Basiszeitraum mehr als verdoppelt. Die Region des Northern Territory könnte ihren Berechnungen zufolge den größten Anstieg verzeichnen. Die Studie ergibt aber auch: Die Auswirkungen könnten durch wirksame Anpassungsmaßnahmen an das wärmer werdende Klima abgemildert werden.

Fazit
Höhere Temperaturen dürften die Krankheitslast kardiovaskulärer Erkrankungen weiter verstärken. Die Studie unterstreicht daher die Dringlichkeit von Anpassungs‑ und Minderungsstrategien, um die negativen gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels auf kardiovaskuläre Erkrankungen zu begrenzen. (ah)

Autoren: Liu J et al.
Korrespondenz: Peng Bi; [email protected]
Studie: High temperature and cardiovascular disease in Australia under different climatic, demographic, and adaptive scenarios
Quelle: Eur Heart J 2025;46(19):1852–1862.
Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehaf117