Klinisch lymphknotenpositiver Blasenkrebs: Drei Zyklen Induktions-Chemotherapie reichen1. November 2024 Ein internationales Medizinerteam hat die optimale Anzahl von Zyklen der Induktionschemotherapie untersucht, die erforderlich sind, um ein pathologisches Ansprechen bei Patienten mit klinisch lymphknotenpositivem (cN+) Blasenkrebs (BCa) zu erreichen. Ihr Ergebnis: 3 Zyklen reichen. Die Autoren der CLIPOLY-Studien schlossen in ihre Untersuchung 388 Patienten mit cTanyN1–3M0-BCa ein, die 3 oder 4 Zyklen Cisplatin/Gemcitabin oder Methotrexat, Vinblastin, Doxorubicin und Cisplatin (MVAC, dose-dense) erhielten, gefolgt von konsolidierender radikaler Zystektomie (RC). Sie verglichen das pathologisch komplette Ansprechen (pCR = ypT0N0) und das pathologisch objektive Ansprechen (pOR = yp≤T1N0) zwischen den Behandlungsgruppen.Insgesamt erhielten 101 bzw. 287 Patienten 3 bzw. 4 Zyklen Induktionschemotherapie. Von diesen erreichten 72 (19%) bzw. 128 (33%) eine pCR bzw. pOR. Die pCR- (20%, 18%) und pOR-Raten (40%, 31%) unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Patienten, die 3 oder 4 Zyklen erhalten hatten (p>0,05). Die Anzahl der Zyklen war in multivariablen logistischen Regressionsanalysen nicht mit pCR oder pOR assoziiert. Die 2-Jahres-OS-Schätzungen lagen bei 63% (95%-Konfidenzintervall [KI] 0,53–0,74) und 63% (95%-KI 0,58–0,70) für Patienten, die 3 bzw. 4 Zyklen erhielten. Die Verabreichung von 3 bzw. 4 Zyklen war in uni- oder multivariablen Cox-Regressionsanalysen nicht mit dem OS und CSS assoziiert. „Das pathologische Ansprechen und die Überlebensergebnisse unterschieden sich nicht zwischen der Verabreichung von 3 oder 4 Induktionschemotherapiezyklen bei Patienten mit cN+ BCa“, schließen die Autoren. „Bei Patienten mit cN+ BCa können weniger Zyklen (mindestens 3) onkologisch ausreichend sein, während bei Patienten, die auf die Chemotherapie nicht ansprechen, die Wartezeit auf eine definitive lokale Therapie verkürzt wird.“ Dies bedürfe aber einer weiteren Validierung. (ms)
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