Kognitive Beeinträchtigungen bei Fibromyalgie: Was folgt wem?25. Juli 2022 © Aleksej – stock.adobe.com (Symbolbild) Kognitive Beeinträchtigungen sind ein bekanntes Phänomen bei Patienten mit Fibromyalgie (FM). Amerikanische und britische Mediziner gingen nun der Frage nach, ob die kognitiven Dysfunktionen ansteigenden FM-Schmerzen vorausgehen oder ob die gestiegenen Schmerzen für die eingeschränkte Kognition verantwortlich sind. Dazu werteten sie die Daten kognitiver Tests zu Verarbeitungsgeschwindigkeit und Arbeitsgedächtnis sowie Momentaufnahmen zu Schmerzintensität und selbst eingeschätzter kognitiver Funktion aus, die jeweils 5-mal am Tag über einen Zeitraum von 7 Tagen erhoben wurden. Um zu bewerten, ob der Effekt spezifisch ist, schlossen die Wissenschaftler in ihre Studie neben 50 FM-Patienten auch 50 Probanden ohne FM ein. Es zeigte sich, dass eine Zunahme der Schmerzen mit einer erhöhten selbstberichteten kognitiven Dysfunktion verbunden war – und zwar in stärkerem Maße bei Personen mit FM, als bei jenen ohne FM. Für die FM-Gruppe war ein höherer Schmerz mit einer längeren Verarbeitungsgeschwindigkeit assoziiert, für die Nicht-FM-Gruppe jedoch mit einer kürzeren. In der FM-Gruppe ging der Veränderung der subjektiven oder objektiven kognitiven Funktion keine Zunahme des Schmerzes voraus. Umgekehrt ging eine Verringerung des Arbeitsgedächtnisses einer Zunahme der Schmerzintensität voraus. Fazit Eine Zunahme der Schmerzen war in stärkerem Maße bei Personen mit FM, als bei jenen ohne FM mit einer erhöhten selbstberichteten kognitiven Dysfunktion verbunden. Der Befund rechtfertigt laut der Studiengruppe um Erstautor Daniel Whibley weitere Untersuchungen. Den Forschern zufolge könnten die Ergebnisse – wenn sie repliziert werden – prognostisches oder therapeutisches Potenzial haben. (ah) Autoren: Whibley D et al. Korrespondenz: Daniel Whibley; [email protected] Studie: Within-day rhythms of pain and cognitive function in people with and without fibromyalgia: synchronous or syncopated? Quelle: Pain 2022;163(3):474–482. Web: https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000002370
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