Kognitive Funktion bei Patienten mit Obstruktiver Schlafapnoe19. Juni 2021 © olly – stock.adobe.com (Symbolbild) Kognitive Beeinträchtigungen kommen bei Patienten, die wegen des Verdachtes auf eine Obstruktive Schlafapnoe (OSA) in ein Schlaflabor überwiesen werden, häufig vor, wie die Autoren einer neuen Studie festgestellt haben. Dies treffe vor allem auf ältere Männer mit mittelschwerer bis schwerer OSA und gleichzeitigen vaskulären Komorbiditäten zu, schreiben die Wissenschaftler in den „Annals of the American Thoracic Society“. Eine mittelschwere bis schwere OSA stelle somit einen unabhängigen Risikofaktor für eine leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI) dar, schlussfolgern die Studienautoren. Die Forschenden hatten 1084 Erwachsene in ihre Studie eingeschlossen, die wegen eines OSA-Verdachtes an eines von 3 Schlafzentren überwiesen worden waren. Die Probanden führten Tests auf eine Schlafapnoe zu Hause durch oder unterzogen sich einer Polysomnographie im Labor. Die Patienten füllten außerdem Fragebögen zu ihrem Schlaf und zur Krankengeschichte aus, unterzogen sich dem Montreal Cognitive Assessment Test (MoCA) zur allgemeinen Kognition, dem Rey Auditory Verbal Learning Test zum Gedächtnis sowie den Test zur Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit im Rahmen des Wechsler Adult Intelligence Scale-Fourth Edition Digit-Symbol Coding (DSC). Ein MoCA-Score <26 (Bereich 0–30) wurde als MCI definiert. Eine solche wurde bei 47,9% der Patientenkohorte insgesamt beobachtet. Betrachtete man nur die Gruppe der Studienteilnehmer mit mittelschwerer und schwerer OSA, stieg dieser Anteil auf >55,3%. Bei den Betroffen mit einem MoCA-Score <26 handelte es sich überwiegend um ältere Männer mit schwererer OSA, Hypoxämie und vaskulären Komorbiditäten. Mittelschwere und schwere OSA standen im Vergleich zu keiner OSA in einem unabhängigen Zusammenhang mit einer um >70% höheren Wahrscheinlichkeit für MCI (p=0,003). Gedächtnis und Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit fielen laut den Forschenden um Erstautor Andrew Beaudin von der Abteilung für Klinische Neurowissenschaften an der University of Calgary (Kanada) geringer aus als die altersangepassten Normalwerte (p<0,001), wobei niedrigere MoCA- und DSC-Werte mit einem höheren Sauerstoffentsättigungsindex und nächtlicher Hypoxämie verbunden waren. Fazit Kognitive Beeinträchtigungen sind bei Patienten, die wegen Verdachts auf OSA in ein Schlaflabor überwiesen werden, sehr verbreitet und treten vor allem bei älteren Männern mit mittelschwerer bis schwerer OSA und gleichzeitigen vaskulären Komorbiditäten auf. (ac) Autoren: Beaudin AE et al. Korrespondenz: Patrick J. Hanly; [email protected] Studie: Cognitive Function in a Sleep Clinic Cohort of Patients with Obstructive Sleep Apnea Quelle: Ann Am Thorac Soc 2021;18(5):865875. Web: https://doi.org/10.1513/AnnalsATS.202004-313OC
Mehr erfahren zu: "Beobachtungsstudie: Weniger Gebrechlichkeit unter Statintherapie" Beobachtungsstudie: Weniger Gebrechlichkeit unter Statintherapie Eine aktuelle Studie aus den USA deutet darauf hin, dass Statine neben der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch positive Auswirkungen auf ein gesundes Altern haben könnten.
Mehr erfahren zu: "Diabeteszentren: Spezialisierte Versorgung könnte jährlich etwa 1.140 Leben retten" Diabeteszentren: Spezialisierte Versorgung könnte jährlich etwa 1.140 Leben retten Neue Daten zeigen, dass Menschen mit Diabetes in zertifizierten Diabeteszentren eine niedrigere Krankenhaussterblichkeit und kürzere Liegedauer aufweisen. Die Zertifizierung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) gewährleistet leitliniengerechte Standards und eine spezialisierte […]
Mehr erfahren zu: "Menopausale Hormontherapie könnte vor Knochenschwund schützen" Menopausale Hormontherapie könnte vor Knochenschwund schützen Postmenopausale Frauen weisen unter einer Hormontherapie möglicherweise ein deutlich geringeres Risiko für Osteopenie und Osteoporose auf. Darauf deuten Daten einer retrospektiven Kohortenstudie hin, die auf der Jahrestagung der Endocrine Society […]