Koinfektionen bei SARS-CoV-2-Infektion: Insgesamt häufig, aber seltener als bei anderen Erregern2. Januar 2024 Foto: © Marija – stock.adobe.com Nach Aufhebung der Coronaschutzmaßnahmen hat die Übertragung endemischer Atemwegserreger wieder ein präpandemisches Niveau erreicht und Atemwegs-Koinfektionen bei Kindern gewinnen wieder an Bedeutung. Eine aktuelle Studie zeigt nun allerdings, dass solche Koinfektionen bei SARS-CoV-2 zwar häufig sind, insgesamt aber seltener vorkommen als bei anderen Erregern. Um die Epidemiologie von Atemwegs-Koinfektionen bei Kindern mit SARS-CoV-2 zu untersuchen, analysierten Adrianna Westbrook von der Emory University School of Medicine in Atlanta, USA, und Kollegen retrospektiv die Daten aller pädiatrischen Patienten im Alter von null bis 21 Jahren, bei denen im Jahr 2021 im Children‘s Healthcare of Atlanta ein Multiplex-BioFire-Respiratory-Panel-2.1-Test durchgeführt worden war. In diesem Datensatz bestimmten die Forschenden den Anteil der Patienten mit und ohne SARS-CoV-2, die respiratorische Koinfektionen aufwiesen, und führten eine Poisson-Regression durch, um die Wahrscheinlichkeit einer Koinfektion und deren Zusammenhang mit dem Alter der Patienten zu bestimmen. Von 19.199 durchgeführten Tests waren 1466 (7,64 %) positiv für SARS-CoV-2, von denen wiederum 348 (23,74 %) auch eine Koinfektion mit einem anderen Erreger zeigten. Die häufigste Koinfektion war das Rhino-Enterovirus (n=230; 15,69 %), gefolgt von Adenovirus (n=62; 4,23 %) und Respiratorischem Syzytial-Virus (RSV; n=45; 3,51 %). Koinfektionen mit SARS-CoV-2 wurden am häufigsten in der Zeit beobachtet, in der die Delta-Variante (B.1.617.2) vorherrschte (n=190; 54,6 %), was mit den Zeiten zusammenfiel, in denen die Übertragung von Rhino-/Enteroviren und RSV am höchsten war. Obwohl Koinfektionen bei allen Erregern der Atemwege häufig vorkamen, waren sie bei SARS-CoV-2 deutlich seltener als bei anderen Erregern, mit Ausnahme von Influenza A und B. Kinder im Alter von unter zwei Jahren wiesen die höchste Häufigkeit von Koinfektionen und von Nachweisen aller Erreger auf, einschließlich SARS-CoV-2. Bei Kindern mit SARS-CoV-2 sank die Rate der Koinfektionen mit jedem Altersanstieg um ein Jahr um acht Prozent (95 %-Konfidenzintervall 6–9). „Respiratorische Koinfektionen waren bei Kindern mit SARS-CoV-2 häufig“, fassen die Autoren zusammen. Faktoren, die mit dem spezifischen Erreger, dem Wirt und dem Zeitraum zusammenhängen, beeinflussten die Wahrscheinlichkeit einer Koinfektion, so ihr Fazit. (ej)
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