Kolorektalkarzinom mit nichtoperablen synchronen Metastasen: Resektion des Primärtumors ohne schwere Symptome nicht sinnvoll3. Januar 2025 Bild: ©Sebastian Kaulitzki – stock.adobe.com Die direkte Resektion des Primärtumors (PTR) wurde in retrospektiven Analysen zu Kolorektalkarzinom-Patienten mit nichtresektablen synchronen Metastasen (mCRC) mit einem längeren OS in Verbindung gebracht. Mit der CAIRO4-Studie untersuchten die Dutch und die Danish Colorectal Cancer Group, ob die Ergänzung einer direkten PTR zur systemischen Therapie bei Patienten mit synchronem mCRC ohne schwere Symptome ihres Primärtumors zu einem Überlebensvorteil führt. Das sei nicht der Fall, weshalb diese Vorgehensweise nicht länger als Standardbehandlung angesehen werden sollte, bilanziert das Team um D.E.W. van der Kruijssen vom Universitair Medisch Centrum Utrecht, Niederlande. Die randomisierte Phase-III-Studie war an 45 Krankenhäusern in den Niederlanden und Dänemark durchgeführt worden. Als Eignungskriterien hatten die Autoren ein zuvor unbehandeltes mCRC, nichtresektable Metastasen und keine schweren Symptome des Primärtumors festgelegt. Die 206 Patienten wurden 1:1 randomisiert für eine direkte PTR gefolgt von einer systemischen Therapie oder eine systemische Therapie ohne direkte PTR (jeweils Chemotherapie auf Fluoropyrimidinbasis mit Bevacizumab; Zeitraum 08/2012–02/2021). In die ITT-Analyse bezogen die Wissenschaftler 204 Patienten ein (103 ohne direkte PTR, 101 mit direkter PTR; 116 Männer [57 %]; medianes Alter 65 Jahre [IQR 59–71]). Die mediane Nachbeobachtung betrug 69,4 Monate. Das mediane OS im Arm ohne direkte PTR beziffern die Autoren auf 18,3 Monate (95 %-KI 16,0–22,2) vs. 20,1 (95 %-KI 17,0–25,1 Monate) im Arm mit direkter PTR (P=0,32). Im Arm ohne direkte PTR wurden 71 Ereignisse von Grad 3/4 (72 %) dokumentiert, im Arm mit direkter PTR 61 (65 %; P=0,33). In der Gruppe ohne direkte PTR wurden 3 möglicherweise Therapie-bedingte Todesfälle (3 %) dokumentiert, in der anderen Gruppe 4 (4 %). (sf)I Autoren: van der Kruijssen DEW et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Upfront resection versus no resection of the primary tumor in patients with synchronous metastatic colorectal cancer: the randomized phase III CAIRO4 study conducted by the Dutch Colorectal Cancer Group and the Danish Colorectal Cancer GroupQuelle: Ann Oncol 2024;35(9):769–779.Web: doi.org/10.1016/j.annonc.2024.06.001
Mehr erfahren zu: "Ovarialkarzinom: Diagnose erfolgt häufig erst nach Notfalleinweisung" Ovarialkarzinom: Diagnose erfolgt häufig erst nach Notfalleinweisung Rund 40 Prozent der Frauen mit Ovarialkarzinom erhalten die Diagnose erst nach einer Notfalleinweisung ins Krankenhaus. Bei ihnen wird der Tumor häufiger in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt, was mit einem […]
Mehr erfahren zu: "Krebsrisiko: Einfluss von Übergewicht wird möglicherweise deutlich unterschätzt" Krebsrisiko: Einfluss von Übergewicht wird möglicherweise deutlich unterschätzt Forschende im Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) zeigen in einer neuen Analyse: Werden aussagekräftigere Maße für Körperfett sowie methodische Verzerrungen berücksichtigt, sind mehr als zehn Prozent aller Fälle von Krebs auf Übergewicht […]
Mehr erfahren zu: "Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom: Übersehene Zellen liefern Hinweise auf die Heilungschancen" Nichtkleinzelliges Lungenkarzinom: Übersehene Zellen liefern Hinweise auf die Heilungschancen Die Forschungsgruppe „Histologie“ am Forschungszentrum Borstel, Leibniz Lungenzentrum, hat ein einfaches, aber aussagekräftiges Muster von Immunzellen im Bindegewebe rund um den Tumor identifiziert, das wichtige Hinweise auf das Langzeitüberleben beim […]