Kommunikation in Akutbehandlung und Nachsorge bei der Querschnittlähmung10. Juni 2026 Foto: Pixel-Shot/stock.adobe.com Mit dem Motto „Wir sind ein Team“ für die 39. Jahrestagung der Deutschsprachigen medizinischen Gesellschaft für Paraplegiologie (DMGP) legt die DMGP den Fokus auf die Kommunikation bei der Versorgung von Menschen mit Querschnittlähmung. Aufgrund der Fortschritte bei der Behandlung querschnittgelähmter Menschen ist die Lebenserwartung fast an die der Normalbevölkerung angeglichen. Auf dem Fachkongress, der vom 10. bis 12. Juni in Tübingen/Fellbach stattfindet, wird die entscheidende Bedeutung der Kommunikation der verschiedenen beteiligten Berufsgruppen untereinander sowie mit den Patientinnen, Patienten und ihren Angehörigen hervorgehoben – sowohl im Bereich der Akutbehandlung einer Querschnittlähmung als auch in der lebenslangen Begleitung. Querschnittlähmung: Versorgung nur im interprofessionellen Team umsetzbar Aus allen Bereichen der Paraplegiologie, Neurorehabilitation, Orthopädie, Pflege und Therapie treffen sich Fachkräfte zu einem interprofessionellen Austausch neuer Forschungsergebnisse mit wichtigen Impulsen für Ihre tägliche Arbeit. Das Tagungsmotto „Wir sind ein Team“ verdeutlicht, dass „sowohl die Erstbehandlung im Querschnittgelähmten Zentrum als auch die lebenslange Nachsorge und die Behandlung von Komplikationen bei Patient:innen mit einer Querschnittlähmung nur im interprofessionellen Team umsetzbar sind, wobei in besonderem Maße auch die Patientin/der Patient als zentrales Teammitglied integriert werden muss“, wie Tagungsleiter PD Dr. Andreas Badke, BG Klinik Tübingen, betont. In 14 wissenschaftlichen Sessions zu den verschiedenen Bereichen einer Querschnittlähmung und 10 begleitenden Workshops werden neue Erkenntnisse aus Grundlagenforschung und klinischer Forschung vorgestellt und Fragen aus der Praxis diskutiert. Dabei geht es auch darum, wie neue Forschungsergebnisse und Weiterentwicklungen bisheriger Therapieverfahren möglichst schnell in den therapeutischen Alltag der Akutbehandlung integriert werden können. Ein Kongress-Highlight ist die „International Lecture“ von Dr. Alexander Rouse, London, mit dem Titel: „On the Shoulders of Giants: Guttmann’s Vision and the Realities of Spinal Injury Care at Stoke Mandeville Today“. Kongress-Schwerpunkt Versorgungsforschung Ein weiterer thematischer Schwerpunkt des DMGP-Kongresses 2026 ist die Versorgungsforschung in Bezug auf die Akutbehandlung, die lebenslange Nachsorge und die Erfassung von Komplikationen. Es wird diskutiert, wie durch eine verbesserte Kommunikation der verschiedenen Berufsgruppen und Leistungserbringer im ambulanten Bereich die Lebensqualität der Patienten erhöht werden kann und wie eine effektive Prophylaxe möglicher Komplikationen der Querschnittlähmung zu erreichen ist. „Der Dekubitus als häufigste und schwerwiegende Komplikation soll daher sowohl im Hinblick auf das konkrete Wundmanagement als auch in Bezug auf das interprofessionelle Management dieser Komplikation betrachtet werden“, erläutert Badke. Die Preisverleihungen am dritten Kongresstag sind ein weiteres Tagungs-Highlight. Mit dem jährlich vergebenen, mit 500,00 € dotierten Sauerwein-Preis wird der beste Vortrag aus dem Bereich der Neuro-Urologie ausgezeichnet. Der Ludwig Guttmann Preis für eine wissenschaftliche Arbeit mit hoher Relevanz für die medizinische und rehabilitative Versorgung von Menschen mit Querschnittlähmung ist mit 5.000 Euro dotiert. Mit dem DMGP-Abstractpreis werden die zwei bestbewerteten Abstracts prämiert.
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