Komplexität der Niere verständlich erklärt22. Juli 2020 Die Herausgeber des Nephrologie-Fachbuchs: Oberarzt PD Dr. Alexander Pfeil, Prof. Dr. Gunter Wolf und Oberarzt PD Dr. Martin Busch. Foto: Szabó Die Niere besteht aus vielen unterschiedlichen, hoch spezialisierten Zellen. Diesen komplexen Aufbau umfassend zu durchdringen, ist eine wichtige Voraussetzung dafür, die unterschiedlichen akuten und chronischen Erkrankungen der Niere verstehen zu können. Nicht-Nephrologen erscheinen diese Erkrankungen daher oft sehr kompliziert im Vergleich zu anderen internistischen Krankheitsbildern, so die Beobachtung von Prof. Gunter Wolf, Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Jena (UKJ). „Auf dem deutschen Markt gibt es bisher kein Buch, das versucht, die Nephrologie dem Nicht-Nephrologen näher zu bringen.“ Diese Lücke hat Prof. Wolf zusammen mit seinen Kollegen, den Oberärzten PD Dr. Martin Busch und PD Dr. Alexander Pfeil, jetzt geschlossen. Das in der Reihe „Elsevier Essentials“ erschienene Fachbuch „Nephrologie“ fasst das praxisrelevante Expertenwissen zur Nephrologie kurz, prägnant und übersichtlich zusammen. In allen Büchern dieser Reihe wird das Wesentliche zu einem Fachgebiet aufbereitet, auf Detailinformationen, die nur für Spezialisten von Interessen sind, wird hingegen verzichtet. Die Jenaer Nephrologen richten sich mit ihrem Werk an klinisch tätige Kollegen und Studierende der Medizin, die nicht direkt diesem Fachgebiet angehören. Aber auch Allgemeinmediziner zählen zur Zielgruppe, da viele Patienten mit Nierenerkrankungen vom Hausarzt zumindest mitbetreut werden. Eine Besonderheit der Nephrologie sei die enge Vernetzung mit anderen internistischen, aber auch nichtinternistischen Disziplinen, so Prof. Wolf. Ein Ausfall der Nieren wirke sich beispielsweise auf viele andere Organsysteme aus. So kann eine chronische Niereninsuffizienz mit einem stark erhöhten Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen einhergehen. Mit Chirurgen arbeiten Nierenexperten ebenso eng zusammen wie mit Onkologen, Intensivmedizinern, Urologen und Diabetologen. Durch die vielfältigen Anknüpfungspunkte zu anderen Disziplinen und die zahlreichen Erkrankungen, die die Niere beeinflussen, aber auch die Tatsache, dass eine Niereninsuffizienz Störungen anderer Organsysteme hervorruft, seien die Nephrologen sehr gute Allgemeininternisten, so der Klinikdirektor. „Das Patientenspektrum in der Nephrologie ist breit und komplex“, so Prof. Wolf. Einerseits müssen junge Patienten bei akutem Nierenversagen auf Intensivstationen behandelt werden, andererseits versorgen die Spezialisten am UKJ auch chronisch kranke Patienten über viele Jahre mit Nierenersatzverfahren wie beispielsweise der Hämodialyse bis hin zur Nierentransplantation. Prof. Wolf: „Gerade dieser Patientenkontakt über viele Jahre und der Übergang von der Dialyse zur erfolgreichen Nierentransplantation macht die klinische Arbeit befriedigend.“
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