Komplikationen der Sinusitis: Vor allem Jugendliche sollten überwacht werden1. Januar 2025 KONYA (Biermann) – Präseptale Zellulitis und Meningitis sind nach wie vor die häufigsten Komplikationen einer Sinusitis bei Kindern. Zu diesem Schluss kommt ein türkisches Forscherteam, das in einer retrospektiven Studie die demografischen Merkmale, Symptome, Laborergebnisse, Behandlungsansätze und Outcomes von Kindern mit Komplikationen infolge einer bakteriellen Sinusitis untersucht hatte. Für ihre Studie ausgewertet hatten Arife Melike Bulut Karaku¸s und Kollegen von der Selcuk University Faculty of Medicine in Konya, Türkei, die Daten von 54 pädiatrischen Patienten mit Sinusitis-Komplikationen, die zwischen September 2013 und Oktober 2022 stationär behandelt worden waren. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 10,8 Jahre, 61,1 % waren männlich. Die Studienteilnehmer wurden in 2 Gruppen eingeteilt: Patienten mit präseptaler Zellulitis (Gruppe 1) und Patienten mit orbital-intrakraniellen Komplikationen (Gruppe 2). Die Sinusitis maxillaris war die häufigste Form (40,74 %) der Sinusbeteiligung. Die Hälfte der Patienten wies eine präseptale Zellulitis auf. Das mittlere Alter der Patienten mit intrakraniellen Komplikationen betrug 13,7 Jahre, während Patienten mit orbitalen Komplikationen im Mittel 8 Jahre alt waren. Die vorherrschende orbital-intrakranielle Komplikation war die Meningitis, die 41 % der Fälle ausmachte. Alle Patienten mit einem subduralen Abszess (n=6) wiesen eine Sinusitis frontalis auf, während alle Fälle einer Sinus-cavernosus-Thrombose (n=3) infolge einer Sinusitis sphenoidalis auftraten. In 37 % der Fälle mussten sich die Patienten einem chirurgischen Eingriff unterziehen. Der am häufigsten nachgewiesene Erreger war S. pneumoniae. Die mediane Dauer des Krankenhausaufenthalts betrug 14 Tage, mit einer medianen Gesamtbehandlungsdauer von 21 Tagen. Es traten keine Todesfälle auf, allerdings wurden bei 7,4 % der Patienten (n=4) neurologische Folgeerscheinungen beobachtet. Im „Journal of Pediatric Infectious Diseases“ empfehlen die Mediziner daher, v. a. Jugendliche mit Sinusitis engmaschig auf intrakranielle Komplikationen zu überwachen, und betonen angesichts der hohen Prävalenz von Streptococcus pneumoniae als nachgewiesenem Erreger die Bedeutung von Impfungen. (ej) Autoren: Bulut Karaku¸s AM et al.Korrespondenz: Gülsüm Alkan; [email protected]Studie: Evaluation of Clinical and Laboratory Findings of Sinusitis Complications in ChildrenQuelle: J Pediatr Infect Dis 2024; 19(06):345–353.Web: doi.org/10.1055/s-0044-1791962
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