Konditionierte Schmerzmodulation als Prädiktor für kurzfristige Schmerzverläufe bei Jugendlichen3. Juni 2026 Bild: anton – stock.adobe.com Mittels konditionierter Schmerzmodulation lassen sich bei jugendlichen Verletzten sowohl die Intensität als auch -persistenz muskuloskelettaler Schmerzen nach drei Monaten vorhersagen. So das Ergebnis eine Längsschnittstudie aus den USA. Akute Verletzungen des Bewegungsapparates (MSK) treten bei Jugendlichen häufig auf. Frühere Forschungsarbeiten haben somatosensorische Phänomene wie die konditionierte Schmerzmodulation (CPM) bereits als Prädiktor für den Übergang von akuten zu chronischen Schmerzen identifiziert. Bisherige pädiatrische Studien sind jedoch durch kleine Stichproben, die Beschränkung auf einzelne quantitative sensorische Testverfahren (QST) und eine kurze Nachbeobachtungszeit begrenzt, sodass der Nutzen von QST bei der Vorhersage längerfristiger Schmerzverläufe nach einer akuten Verletzung unbekannt ist. Um diese Lücke zu schließen, untersuchte nun ein US-amerikanisches Ärzteteam die somatosensorische Funktion in der akuten Schmerzphase als Prädiktor für den Schmerzverlauf über insgesamt zwölf Monate hinweg. Die Forschenden konnten zeigen, dass die CPM in der akuten Schmerzphase ein potenzieller Indikator für kurzfristige Schmerzverläufe ist. Darauf aufbauend schlagen sie nun vor, in künftigen klinischen Studien den Nutzen des QST bei der Vorhersage von Schmerzverläufen in anderen pädiatrischen Schmerzpopulationen (z. B. an anderen Stellen als dem Bewegungsapparat oder bei schwereren Verletzungen) zu untersuchen und die Bewertung von bewegungsbedingen Schmerzen (movement-evoked pain [MEP]) mithilfe standardisierter Leistungsaufgaben zu erweitern. Methodik An der aktuellen prospektiven Längsschnittstudie nahmen insgesamt 226 Jugendliche teil. Alle Probanden absolvierten zu Studienbeginn (nach der Verletzung) ein Set an verschiedenen QST (Schmerzschwelle, Schmerztoleranz, zeitliche Summierung und CPM). Darüber hinaus füllten sie Fragebögen zur Schmerzbewertung (durchschnittlicher Schmerz sowie MEP) an drei Zeitpunkten über einen Gesamtzeitraum von zwölf Monaten aus. Ergebnisse Bei einer Subgruppe der Jugendlichen traten nach 3 Monaten anhaltende Schmerzen auf (mindestens Stufe 3 von 0–10 auf der Numerischen Rating Schmerzkskala; 15–21 % je nach Schmerzmaß). Regressionsmodelle zeigten, dass CPM das einzige QST-Maß war, das die Schmerzintensität und -persistenz nach 3 Monaten (sowohl durchschnittlich als auch MEP) vorhersagte. Dagegen war kein QST-Maß prädiktiv für den Schmerzverlauf nach zwöf Monaten. Weiterhin korrelierte in mehreren Modellen das weibliche Geschlecht mit der Schmerzpersistenz. (BIERMANN/je)
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“" Die UV-GOÄ als „Fels in der Brandung“ Mit der Gebührenordnung für Ärzte zum Vertrag Ärzte/Unfallversicherungsträger (UV-GOÄ) kommt es zu deutlichen Verbesserungen für die Abrechnung arthroskopischer Operationen und der Grundleistungen.
Mehr erfahren zu: "DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“" DKOU 2026 – Kongresspräsidenten im Interview: „Versorgung vom Patienten aus denken“ Im Interview sprechen die drei Präsidenten des DKOU 2026 über Gesundheitspolitik, Herausforderungen für O & U und Programm-Highlights