Konditionierte Schmerzmodulation als Prädiktor für kurzfristige Schmerzverläufe bei Jugendlichen

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Mittels konditionierter Schmerzmodulation lassen sich bei jugendlichen Verletzten sowohl die Intensität als auch -persistenz muskuloskelettaler Schmerzen nach drei Monaten vorhersagen. So das Ergebnis eine Längsschnittstudie aus den USA.

Akute Verletzungen des Bewegungsapparates (MSK) treten bei Jugendlichen häufig auf. Frühere Forschungs­arbeiten haben somatosensorische Phänomene wie die konditionierte Schmerzmodulation (CPM) bereits als Prädiktor für den Übergang von akuten zu chronischen Schmerzen identifiziert. Bisherige pädiatrische Studien sind jedoch durch kleine Stichproben, die Beschränkung auf einzelne quantitative sensorische Testverfahren (QST) und eine kurze Nachbeobachtungszeit begrenzt, sodass der Nutzen von QST bei der Vorhersage längerfristiger Schmerzverläufe nach einer akuten Verletzung unbekannt ist. Um diese Lücke zu schließen, untersuchte nun ein US-amerikanisches Ärzteteam die somatosensorische Funktion in der akuten Schmerzphase als Prädiktor für den Schmerzverlauf über insgesamt zwölf Monate hinweg.

Die Forschenden konnten zeigen, dass die CPM in der akuten Schmerzphase ein potenzieller Indikator für kurz­fristige Schmerzverläufe ist. Darauf aufbauend schlagen sie nun vor, in künftigen klinischen Studien den Nutzen des QST bei der Vorhersage von Schmerzverläufen in anderen pädia­trischen Schmerzpopula­tionen (z. B. an anderen Stellen als dem Bewegungsapparat oder bei schwereren Verletzungen) zu untersuchen und die Bewertung von bewegungs­bedingen Schmerzen (movement-evoked pain [MEP]) mithilfe standardisierter Leistungsaufgaben zu erweitern.

Methodik

An der aktuellen prospektiven Längsschnittstudie nahmen insgesamt 226 Jugendliche teil. Alle Probanden absolvierten zu Studien­beginn (nach der Verletzung) ein Set an verschiedenen QST (Schmerzschwelle, Schmerztoleranz, zeitliche Summierung und CPM). Darüber hinaus füllten sie Fragebögen zur Schmerzbewertung (durchschnitt­licher Schmerz sowie MEP) an drei Zeitpunkten über einen Gesamt­zeitraum von zwölf Monaten aus.

Ergebnisse

Bei einer Subgruppe der Jugendlichen traten nach 3 Monaten anhaltende Schmerzen auf (mindestens Stufe 3 von 0–10 auf der Nume­rischen Rating Schmerzkskala; 15–21 % je nach Schmerzmaß). Regressions­modelle zeigten, dass CPM das einzige QST-Maß war, das die Schmerz­intensität und -persistenz nach 3 Monaten (sowohl durchschnittlich als auch MEP) vorhersagte. Dagegen war kein QST-Maß prädiktiv für den Schmerzverlauf nach zwöf Monaten. Weiterhin korrelierte in mehreren Modellen das weibliche Geschlecht mit der Schmerzpersistenz.

(BIERMANN/je)