Typ-2-Diabetes: Kontinuierliche Glukosemessung verbessert Blutzuckerkontrolle – auch ohne Insulintherapie10. Juni 2026 Auch Menschen mit Typ-2-Diabetes, die nicht auf Insulin angewiesen sind, könnten von CGM-Systemen profitieren. Symbolbild: Pixel-Shot/stock.adobe.com Auch Menschen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie scheinen von der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM) zu profitieren. Der Einsatz von CGM führte zu einer signifikanten Reduktion von Hyperglykämien und einer ausgeprägten Verbesserung des HbA1c-Wertes im Vergleich zur Standardversorgung. Bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes, die keine Insulintherapie erhalten, kann die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) die Blutzuckerkontrolle deutlich verbessern. Das zeigen die Ergebnisse der CONNECT-Studie, die auf den Scientific Sessions 2026 der American Diabetes Association (ADA) in New Orleans vorgestellt wurden. Wie die aktuellen ADA-Leitlinien hervorheben, gibt es für den Nutzen von CGM bei Menschen mit insulinpflichtigem Typ-1- oder Typ-2-Diabetes bereits starke wissenschaftliche Evidenz. Die Ergebnisse der FreeDM2-Studie zeigten erst kürzlich, dass auch Menschen mit Typ-2-Diabetes, die nur mit Basalinsulin behandelt werden, von CGM profitieren könnten. Für Patient:innen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie hingegen lagen bislang nur begrenzt Daten vor. CGM versus Fingerstich Die CONNECT-Studie ist eine randomisierte, kontrollierte, multizentrische Studie. Untersucht wurden 283 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes aus 22 hausärztlichen Versorgungseinrichtungen in den USA. Das durchschnittliche Alter der Teilnehmenden betrug 60 Jahre, 32 Prozent der Teilnehmenden gehörten ethnischen Minderheiten an. Die Teilnehmenden waren ausschließlich mit oralen Antidiabetika, zum Beispiel SGLT2-Inhibitoren (37 %), oder inkretinbasierten Injektionstherapien wie GLP-1-Rezeptoragonisten (40 %) behandelt worden. Die HbA1c-Ausgangswerte lagen zwischen 7,1 und 14,9 Prozent, mit einem durchschnittlichen HbA1c-Wert von 8,8 Prozent. Rund ein Drittel (31 %) der Studienteilnehmenden wies einen HbA1c-Wert von mindestens neun Prozent auf. Die Teilnehmenden wurden randomisiert entweder der CGM- oder der Kontrollgruppe zugeteilt. Erstere verwendete das Sensor-System Dexcom G7. Teilnehmende der Kontrollgruppe mussten ihren Blutzucker manuell mittels Blutzuckermessgerät bestimmen. Bessere Blutzuckerkontrolle und weniger Stress Nach sechs Monaten zeigte sich in der CGM-Gruppe eine deutlich stärkere Reduktion des HbA1c-Wertes als in der Kontrollgruppe. Der Unterschied zwischen den Gruppen betrug 0,9 Prozentpunkte zugunsten der kontinuierlichen Glukosemessung. Darüber hinaus verbrachten die Teilnehmenden mit CGM täglich durchschnittlich fünf Stunden mehr im empfohlenen Glukosezielbereich von 70 bis 180 mg/dl als die Personen der Kontrollgruppe. Auch hinsichtlich patientenberichteter Outcomes ergaben sich Vorteile: Die Anwender:innen der kontinuierlichen Glukosemessung berichteten über eine höhere Zufriedenheit mit dem Blutzuckermonitoring sowie über eine geringere diabetesbezogene Belastung. „Als erste große randomisierte kontrollierte Studie zur Bewertung von CGM bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie können diese Ergebnisse dazu beitragen, das Diabetesmanagement neu auszurichten“, erklärt Thomas W. Martens, Co-Autor der Studie. Anders als bei einem insulinpflichtigen Diabetes sind Hypoglykämien bei Betroffenen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulintherapie nicht die primäre Sorge. Allerdings zeigen die aktuellen Ergebnisse, dass sich mit CGM die HbA1c-Werte verbessern und Hyperglykämien vermeiden lassen. „Dadurch reduzieren sich auch langfristig diabetesbedingte Komplikationen“, so Martens. Derzeit läuft eine sechsmonatige Verlängerungsphase der CONNECT-Studie. Die zusätzlichen Daten sollen Aufschluss darüber geben, ob die positiven Effekte der kontinuierlichen Glukosemessung auch nach zwölf Monaten bestehen bleiben. (mkl/BIERMANN) Das könnte Sie auch interessieren: CGM-Systeme: Gleicher Mensch, unterschiedliche Glukosewerte Diabetes & Straßenverkehr: Aktualisierte Leitlinie räumt mit überholten Annahmen auf
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