Kopf-Hals-Krebs: Konsum von Cannabis hebt die Lebensqualität2. April 2019 Foto: © darren415 – Fotolia.com Cannabis sativa besitzt das Potenzial, Angstzustände abzubauen und zur Entspannung beizutragen. Bislang fehlt es allerdings an verifizierbaren Daten zum Einsatz bei Patienten mit kürzlich diagnostiziertem Kopf-Hals-Krebs (HNC) und dessen Einfluss auf die Lebensqualität sowie psychosoziale Problematiken der Betroffenen. Im Rahmen einer prospektiven Kohortenstudie verglichen kanadische Otolaryngologen die Unterschiede hinsichtlich der Lebensqualität und der psychosoziale Folgen bei Marihuana-Konsumenten und Nicht-Konsumenten mit kürzlich diagnostiziertem HNC. Dazu wurden zu 74 Cannabis konsumierenden HNC-Patienten (Durchschnittsalter 62,3 Jahre; 61 Männer [82 %]) und 74 hinsichtlich Geschlecht, Alter und Tumorlokalistaion passende Nicht-Konsumenten (Durchschnittsalter 62,2 Jahre; 63 Männer [85 %]) mit HNC identifiziert. Sämtliche demografische Daten sowie Daten zur Lebensqualität wurden prospektiv gesammelt; die Lebensqualität wurde anhand des uroQol-5D-Fragebogens (EQ5D) und des Edmonton Symptom Assessment System (ESAS) bestimmt. Im EQ5D-Fragebogen fanden sich keinerlei statistisch signifikante Differenzen hinsichtlich Mobilität, Selbstfürsorge und allgemeinen Aktivitäten zwischen den beiden Gruppen. Die Marihuana-Konsumenten wiesen aber signifikant niedrige Werte in Bezug auf Angst- und Depressionssymptomatiken (Differenz 0,74; 95 %-Konfidenzintervall (KI) 0,557-0,930), und Schmerzen/Unbehagen (Differenz 0,29, 95 %-KI 0,037–1,541) auf. Der Wilcoxon-Rangsummen-Test bestätigte die Resultate im EQ5D durch Verbesserungen in den Rubriken Schmerzen/Unbehagen (Z-Wert -2,60) und Angst/Depressionen (Z-Wert -6,71). Die Marihuana-Konsumenten hatten weniger Schmerzen, waren weniger müde, depressiv und ängstlich, hatten mehr Appetit, waren weniger verschlafen und tendierten stärker zum Wohlfühlen gemäß ESAS. Die ESAS-Werte konnten ebenfalls durch die Z-Werte im Wilcoxon-Rangsummen-Test bestätigt werden: Angst (-10,04), Schmerzen (-2,36), Müdigkeit (-5,02), Depressionen (-5,96), Schläfrigkeit (-5,51), Appetit (-4,17) und allgemeines Wohlbefinden (-4,43). Die prospektive Studie zeigt laut Autoren, dass der Konsum von Cannabis sativa bei Patienten mit kürzlich diagnostiziertem HNC zu signifikanten Verbesserungen der Lebensqualität führt. (am)
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