Kopf-Hals-Tumore: Besseres Ergebnis mit perioperativem Pembrolizumab12. November 2025 Bild: ©Lars Neumann – stock.adobe.com Erhalten Patienten mit lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (HNSCC) zusätzlich zur Standardtherapie neoadjuvant und adjuvant Pembrolizumab, wird das ereignisfreie Überleben (EFS) signifikant verbessert. Zu diesem Ergebnis kommen Autoren der KEYNOTE-689-Studie um Dr. Ravindra Uppaluri vom Brigham and Women’s Hospital in Boston. Die neoadjuvante Pembrolizumab-Therapie habe keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Operation gehabt, ergänzen sie. Die Ergebnisse von KEYNOTE-689 sind im „New England Journal of Medicine“ erschienen. In ihrer unverblindeten Phase-III-Studie hatten die Wissenschaftler Patienten mit lokal fortgeschrittenem HNSCC 1:1 randomisiert für zwei Zyklen neoadjuvantes Pembrolizumab und 15 Zyklen adjuvantes Pembrolizumab (beides in einer Dosis von 200 mg alle 3 Wochen) zusätzlich zur Standardbehandlung (Pembrolizumab-Gruppe) oder nur die Standardbehandlung (Kontrollgruppe). Wie sie ausführen, bestand die Standardbehandlung aus Operation und adjuvanter Strahlentherapie mit oder ohne gleichzeitige Cisplatin-Gabe. Als primären Endpunkt hatte das Wissenschaftlerteam das EFS festgelegt. Dabei wurde das EFS bei Teilnehmern beurteilt, deren Tumoren PD-L1 mit einem kombinierten positiven Score (CPS) von ≥10 exprimierten (CPS-10-Population), solchen, deren Tumoren PD-L1-mit einem CPS von ≥1 exprimierten (CPS-1-Population) und allen Teilnehmern. Ein höherer CPS zeigt einen höheren Anteil von Zellen an, die PD-L1 exprimieren. Von 363 Teilnehmern, die der Pembrolizumab-Gruppe zugeteilt wurden, hatten 234 einen CPS von ≥10 bzw. 347 einen CPS von ≥1. Von den 351 Kontrollpatienten wiesen 231 einen CPS von ≥10 bzw. 335 einen CPS von ≥1 auf. Bei etwa 88 Prozent der Teilnehmer in jeder Gruppe wurde eine Operation durchgeführt. Höheres EFS-Rate nach 36 Monaten Die mediane Nachbeobachtung bei der ersten Zwischenanalyse beziffern die Autoren auf 38,3 Monate. Die Rate des EFS nach 36 Monaten in der CPS-10-Population geben sie mit 59,8 Prozent in der Pembrolizumab-Gruppe und 45,9 Prozent in der Kontrollgruppe an (Hazard Ratio [HR] für Progression, Rezidiv oder Tod 0,66; 95 %-KI 0,49–0,88; Pzweiseitig=0,004). In der CPS-1-Population lagen die EFS-Raten bei 58,2 Prozent beziehungsweise 44,9 Prozent (HR 0,70; 95 %-KI 0,55–0,89; Pzweiseitig=0,003) und in der Gesamtpopulation bei 57,6 Prozent beziehungsweise 46,4 Prozent (HR 0,73; 95 %-KI 0,58–0,92; Pzweiseitig=0,008). Nebenwirkungen von Grad ≥3 traten bei 44,6 Prozent der Teilnehmer in der Pembrolizumab-Gruppe und bei 42,9 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe auf, darunter Todesfälle bei 1,1 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent. Potenziell immunvermittelte Nebenwirkungen von Grad ≥3 dokumentierte das Team bei 10,0 Prozent der Teilnehmer in der Pembrolizumab-Gruppe. (sf)
Mehr erfahren zu: "Umbrella-Review bestätigt: Bewegung hilfreich bei einer Vielzahl von Schmerzerkrankungen" Umbrella-Review bestätigt: Bewegung hilfreich bei einer Vielzahl von Schmerzerkrankungen Die bislang umfassendste Übersichtsarbeit zum Thema Bewegung zur Schmerzlinderung verdeutlicht: Bewegung kann akute und chronische Schmerzen unterschiedlichster Genese wirksam lindern. Leichtere Übungen scheinen dafür sogar besser geeignet als ein sehr […]
Mehr erfahren zu: "Gekommen, um zu bleiben: Künstliche Intelligenz im urologischen Betriebssystem" Gekommen, um zu bleiben: Künstliche Intelligenz im urologischen Betriebssystem Künstliche Intelligenz (KI) war eines der zentralen Themen, die Präsidentin Prof. Susanne Krege für den 78. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) vom 16.-19.09.2026 in Düsseldorf gesetzt hatte. In […]
Mehr erfahren zu: "Entzündungsschmerz: RAGE rückt als therapeutisches Ziel in den Fokus" Entzündungsschmerz: RAGE rückt als therapeutisches Ziel in den Fokus Entzündungen führen oft zu einer Hyperalgesie. Forschende der MedUni Wien machten nun anhand eines speziellen Experimentes auf der Haut gesunder Probanden den Rezeptor RAGE dafür verantwortlich.