Korrelation zwischen Mundgesundheit und Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen6. Oktober 2023 © vladimirfloyd – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Parodontitis und Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) sind chronische, fortschreitende, entzündliche Erkrankungen mit ähnlich komplexer Pathogenese, die ein Zusammenspiel zwischen dysbiotischer Mikrobiota und dysregulierten immunologischen Entzündungsreaktionen beinhalten. Ob das Vorliegen einer Parodontitis mit der Aktivität und/oder dem Schweregrad der CED korreliert, ist jedoch bislang noch ungeklärt. Dänische Forschende sammelten nun Daten mittels einer fragebogengestützten Online-Studie mit insgesamt 1093 CED-Patienten, darunter 527 Patienten mit Morbus Crohn und 566 Patienten mit Colitis ulcerosa. Die Umfrage umfasste Fragen zur sozialen Demografie, zur Mundgesundheit, einschließlich des Parodontal-Screening-Scores (PESS), und zu verschiedenen CED-bezogenen Merkmalen, einschließlich validierter Krankheitsindizes. Unabhängig vom Subtyp der CED-Erkrankung erzielten Patienten mit einer geringeren Anzahl von Zähnen und Patienten mit selbstberichteter schwerer Parodontitis signifikant höhere Werte auf dem CED-Index für Behinderung (Anzahl der Zähne: Koeffizient 4,93; 95%-KI 1,21–8,66; p=0,010 und Parodontitis: Koeffizient 3,54; 95%-KI 0,27–6,80; p=0,034). Zudem berichteten sie über eine erhöhte Krankheitsaktivität in den vorausgegangenen 12 Monaten (Anzahl der Zähne: OR 1,91; 95%-KI 1,36–2,69; p<0,001 und Parodontitis: OR 1,71; 95%-KI 1,27–2,31; p<0,001). Darüber hinaus gab es auch zusätzliche Hinweise auf eine schwache Assoziation zwischen selbstberichteter schwerer Parodontitis und aktueller Krankheitsaktivität (OR 1,33; 95%-KI 0,95–1,86; p=0,099). Jedoch korrelierte der Schweregrad der CED als zusammengesetzter Parameter, bestehend aus einer chirurgischen Behandlung aufgrund einer CED und/oder einer Behandlung mit Biologika, weder mit einer reduzierten Anzahl von Zähnen (OR 1,18; 95%-KI 0,77–1,80; p=0,451) noch mit einer selbstberichteten schweren Parodontitis (OR 1,15; 95%-KI 0,79–1,66; p=0,467). Fazit Parodontitis und Zahnverlust in den vorausgegangenen 12 Monaten sind somit signifikant mit einer erhöhten CED-bedingten körperlichen Beeinträchtigung und einer stärkeren Krankheitsaktivität assoziiert. Diese Resultate legen laut Aussage der Autoren nahe, dass der Mundgesundheit von CED-Patienten zukünftig mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. (je) Autoren: Madsen GR et al. Korrespondenz: Gorm Roager Madsen; [email protected] Studie: The Impact of Periodontitis on Inflammatory Bowel Disease Activity Quelle: Inflamm Bowel Dis 2023;29(3):396–404. Web: https://doi.org/10.1093/ibd/izac090
Mehr erfahren zu: "Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt" Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt Wie sollen Ärzte oder Pflegekräfte reagieren, wenn Menschen in existenzieller Not sagen, dass sie sterben wollen? Eine neue Leitlinie setzt auf eingehende Beratung – mit offenem Ausgang.
Mehr erfahren zu: "BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen" BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen Aufgrund einer einzigen deutschen Studie1 werde immer wieder wird behauptet, 80 bis 90 Prozent aller akuten Behandlungsfälle ließen sich fallabschließend in der Hausarztpraxis versorgen. Eine genaue Betrachtung zeigt laut BVOU: […]
Mehr erfahren zu: "Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert" Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert Moderne CGRP-Medikamente helfen vielen Migränepatienten, aber nicht allen – und welches Mittel wirkt, lässt sich bislang nicht vorhersagen. Neue Rabattregeln könnten den nötigen Präparatewechsel nun erschweren, warnt die Fachgesellschaft DMKG. […]