Kostenexplosion bei Schutzkleidung aufgrund der Corona-Krise9. März 2020 Foto: © alfa27 – Adobe Stock Der Deutsche Evangelische Krankenhausverband e.V. (DEKV) ruft Politik und Krankenkassen zum Handeln auf. Bei der Versorgung von Corona-Patienten im Krankenhaus empfiehlt das Robert Koch-Institut den Einsatz von geschultem Personal und die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung bestehend aus Schutzkittel, Einweghandschuhen, dicht anliegender Atemschutzmaske und Schutzbrille. Die Empfehlung und das Bestreben, Patienten und Personal zu schützen, führen dazu, dass der Verbrauch dieser Materialien zum Teil stark gestiegen ist: bei Atemschutzmasken und Schutzbrillen auf über 600 Prozent des monatlichen Verbrauchs vor der Corona-Pandemie. Selbst der Verbrauch der im Patientenkontakt regel- und routinemäßig genutzten Handschuhe ist auf 150 Prozent gestiegen. Zugleich haben die Hersteller und Großhändler die Kosten zum Teil deutlich erhöht: bei Schutzkitteln auf 200 Prozent, bei Atemschutzmasken auf rund das 15-Fache und bei OP-Mundschutz auf das 19Fache. „Eine Modellrechnung unserer Mitgliedskrankenhäuser der AGAPLESION gAG zeigt, dass sich daraus monatliche Mehrkosten für die Krankenhäuser in Höhe von etwa 1,1 Millionen Euro ergeben. Diese Kosten werden durch die Vergütung über die DRG für die Behandlung dieser Patienten nicht gedeckt. Darüber hinaus fallen für viele Krankenhäuser Einnahmen weg, da Patienten geplante, aber verschiebbare Operationen aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus absagen. Daher fordert der DEKV Politik und Krankenkassen auf, eine Lösung für die Krankenhäuser zu finden, um mit dieser Belastung umzugehen. Denkbar wäre, dass wie bei der EHECEpidemie 2011, eine Bezahlung zusätzlicher Leistungen durch die Krankenkassen erfolgt. Alternativ wäre die Bereitstellung von Sondermitteln über den Katastrophenschutz oder einen Sonderfond denkbar. Aktuelle Bestrebungen des Bundesgesundheitsministeriums und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Schutzausrüstung zentral zu beschaffen und an die Krankenhäuser und Arztpraxen zu verteilen, müssen schnell umgesetzt werden, um die Kostenexplosion einzudämmen. Auch fordern wir die Hersteller und Großhändler von persönlicher Schutzausrüstung auf, die Situation nicht weiter durch enorme Preissteigerungen zu verschärfen. Steigen die Preise weiterhin zu Lasten der zur Behandlung verpflichteten Krankenhäuser und damit zu Lasten der Solidargemeinschaft, ist hier die Politik zur Handlung aufgerufen“, erklärt Christoph Radbruch, Vorstandsvorsitzender des DEKV.
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