Krampfanfälle nach venösem Schlaganfall häufiger12. Oktober 2022 MRT-Aufnahmen der Hirngefäße. (Foto: © Thomas Heitz – stock.adobe.com) Epileptische Anfälle treten bei Patienten mit zerebraler Venenthrombose häufiger auf als nach anderen Schlaganfallursachen. Eine Dissertation der Universität Göteborg schlägt vor, bei einigen dieser Patienten Epilepsie zu diagnostizieren und ihnen Medikamente anzubieten, um weitere Anfälle zu verhindern. Die zerebrale Venenthrombose (CVT) ist eine ungewöhnliche Ursache für Schlaganfälle, die hauptsächlich junge Erwachsene betrifft. Bisher gab es nur kleine Studien, die Anfälle mit CVT in Verbindung brachten. In einer umfassenden neuen internationalen Zusammenarbeit konnten Wissenschaftler eine Reihe von Forschungsdaten zusammentragen, um diese Frage genauer zu untersuchen. Die Arbeit zeigt, dass jeder dritte Patient mit einer CVT in der akuten Phase einen epileptischen Anfall erleidet und jeder zehnte Patient nach der akuten Phase mindestens einen Anfall hat. Krampfanfälle nach einer CVT sind also wesentlich häufiger als nach anderen Schlaganfallursachen. “Wer einen ersten späten epileptischen Anfall bekommt, hat ein hohes Risiko, weitere Anfälle zu erleiden. Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass bei diesen Patienten bereits zum Zeitpunkt des ersten späten epileptischen Anfalls eine Epilepsie diagnostiziert werden sollte, um weitere Anfälle medikamentös zu verhindern”, sagt der Facharzt für Neurologie Erik Lindgren, der kürzlich seine Doktorarbeit an der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg verteidigt hat. Relativ jung Von CVT sind vor allem junge Erwachsene im erwerbsfähigen Alter (unter 50) betroffen, und zwar Frauen häufiger als Männer. Die Symptome sind sehr unterschiedlich und reichen von chronischen Kopfschmerzen bis hin zu akuten Krampfanfällen oder typischen Schlaganfall-Symptomen wie undeutliches Sprechen oder Schwäche in einem Arm oder einem Bein. Die Arbeit stützt sich auf Untersuchungen von Personen, bei denen eine CVT diagnostiziert wurde und die in einer großen, neu eingerichteten internationalen Datenbank mit mehr als 1400 Patienten aus 15 Ländern erfasst wurden. Die Datenbank umfasst auch Registerdaten des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg. Risiko-Rechner Gemeinsam mit seinen Forscherkollegen entwickelt Lindgren einen Rechner, der eine schnelle Einschätzung des Risikos von Patienten ermöglicht, im ersten Jahr nach der Diagnose einer CVT auf Hilfe angewiesen zu sein oder zu sterben. “Der Rechner ist ein Schritt hin zu einer individuelleren Betreuung von Patienten mit CVT und kann helfen, Patienten zu identifizieren, die eine intensivere und personalisierte Betreuung benötigen. Der Rechner hat auch das Potenzial, in künftigen Forschungsstudien eingesetzt zu werden, um Hochrisikopatienten zu identifizieren, die von aggressiveren Behandlungen profitieren könnten.”
Mehr erfahren zu: "Früher Treiber der Hirnalterung identifiziert" Früher Treiber der Hirnalterung identifiziert Forschende haben einen zentralen molekularen Mechanismus der Hirnalterung entschlüsselt. Die Studie zeigt, dass bestimmte Enzyme im Alter nicht verschwinden, sondern durch oxidative Veränderungen inaktiviert werden – ein Prozess, der sich […]
Mehr erfahren zu: "Myelinbildung durch Glukosesspiegel reguliert: Neue Ansatzpunkte für neurologische Erkrankungen" Myelinbildung durch Glukosesspiegel reguliert: Neue Ansatzpunkte für neurologische Erkrankungen Eine neue Studie aus den USA hat entdeckt, dass der Glukosespiegel im Gehirn die Myelinbildung beeinflusst. Damit eröffnen sich neue Perspektiven für eine breite Palette von Pathologien, die durch eine […]
Mehr erfahren zu: "Hitzige Debatten zum Spargesetz beim Gesundheitskongress des Westens" Hitzige Debatten zum Spargesetz beim Gesundheitskongress des Westens Der diesjährige Gesundheitskongress des Westens am 7. und 8. Mai in Köln kam genau zur richtigen Zeit: Das GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz ist vom Kabinett beschlossen, aber noch nicht in Stein gemeißelt. Die […]