Krebsmedikament könnte IVF-Erfolgsrate bei Frauen mit geringer ovarieller Reserve verbessern

Ein Krebsmedikament kann die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt durch IVF-Behandlung bei Frauen mit geringer ovarieller Reserve verbessern. (Symbolbild: © Pixel-Shot/stock.adobe.com)

Forscher haben herausgefunden, dass die zusätzliche Gabe von Letrozol (einem häufig in der Brustkrebstherapie eingesetzten Medikament) zu einem Standard-Hormonprotokoll der In-vitro-Fertilisation (IVF) die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt bei Frauen mit eingeschränkter ovarieller Reserve erhöht.

Die in der Fachzeitschrift „Reproductive and Developmental Medicine“ veröffentlichte Studie von Forschern des Dongguan Maternal and Child Healthcare Hospital verglich die Ergebnisse von 176 Frauen mit eingeschränkter ovarieller Reserve. Alle Teilnehmerinnen waren zwischen 35 und 42 Jahre alt.

Bei der IVF werden die Eierstöcke mit Hormonen stimuliert, um die Produktion mehrerer Eizellen für die Befruchtung anzuregen. Manche Frauen, insbesondere über 35 oder mit eingeschränkter ovarieller Reserve, sprechen trotz hoher Hormondosen schlecht auf diese Stimulation an. Eine einfache Erhöhung der Hormondosis verbessert die Ergebnisse nicht und kann zu zusätzlichen Kosten und Nebenwirkungen führen. Die Suche nach geeigneteren Methoden zur Stimulation der Eierstöcke in dieser Patientengruppe stellt eine große Herausforderung in der Reproduktionsmedizin dar.

Letrozol erhöht den Anteil qualitativ hochwertiger Embryonen

Letrozol ist ein Aromatasehemmer, ein Medikament, das die Umwandlung von Androgenen in Östrogene blockiert. Die Studie ergab, dass Frauen, die Letrozol zusätzlich zum Standardprotokoll mit Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Antagonisten erhielten, deutlich weniger Hormonpräparate benötigten und die Stimulation etwa zwei Tage früher abschlossen als Frauen, die nur das Standardprotokoll erhielten. Noch wichtiger ist, dass sie einen höheren Anteil reifer, befruchtungsfähiger Eizellen und eine größere Anzahl qualitativ hochwertiger Embryonen produzierten. Die Lebendgeburtenrate lag in der Letrozol-Gruppe bei rund 23,7 Prozent im Vergleich zu 11 Prozent in der Standardgruppe. Weitere Analysen zeigten, dass Frauen in der Letrozol-Gruppe ein 2,6-fach höheres Risiko für eine Lebendgeburt hatten.

Bei der Analyse der Letrozol-Gruppe nach Alter erreichten Frauen im Alter von 35–38 Jahren eine klinische Schwangerschaftsrate von 60 Prozent und eine Lebendgeburtenrate von 44 Prozent, verglichen mit 25,5 Prozent bzw. 13,7 Prozent bei Frauen im Alter von 39–42 Jahren. „Obwohl wir festgestellt haben, dass Letrozol die Gesamtergebnisse verbessert, profitieren jüngere Patientinnen mit geringer ovarieller Reserve am meisten“, erklären die Autoren.

Die Autoren fordern größere, multizentrische, randomisierte Studien, um diese Ergebnisse an einer breiteren Population zu bestätigen. Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, könnte die zusätzliche Gabe von Letrozol einen kostengünstigeren und klinisch wirksameren IVF-Behandlungsweg für eine der anspruchsvollsten Patientengruppen in der Reproduktionsmedizin darstellen.

(lj/BIERMANN)

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