Krebsmedikament könnte IVF-Erfolgsrate bei Frauen mit geringer ovarieller Reserve verbessern17. April 2026 Ein Krebsmedikament kann die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt durch IVF-Behandlung bei Frauen mit geringer ovarieller Reserve verbessern. (Symbolbild: © Pixel-Shot/stock.adobe.com) Forscher haben herausgefunden, dass die zusätzliche Gabe von Letrozol (einem häufig in der Brustkrebstherapie eingesetzten Medikament) zu einem Standard-Hormonprotokoll der In-vitro-Fertilisation (IVF) die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt bei Frauen mit eingeschränkter ovarieller Reserve erhöht. Die in der Fachzeitschrift „Reproductive and Developmental Medicine“ veröffentlichte Studie von Forschern des Dongguan Maternal and Child Healthcare Hospital verglich die Ergebnisse von 176 Frauen mit eingeschränkter ovarieller Reserve. Alle Teilnehmerinnen waren zwischen 35 und 42 Jahre alt. Bei der IVF werden die Eierstöcke mit Hormonen stimuliert, um die Produktion mehrerer Eizellen für die Befruchtung anzuregen. Manche Frauen, insbesondere über 35 oder mit eingeschränkter ovarieller Reserve, sprechen trotz hoher Hormondosen schlecht auf diese Stimulation an. Eine einfache Erhöhung der Hormondosis verbessert die Ergebnisse nicht und kann zu zusätzlichen Kosten und Nebenwirkungen führen. Die Suche nach geeigneteren Methoden zur Stimulation der Eierstöcke in dieser Patientengruppe stellt eine große Herausforderung in der Reproduktionsmedizin dar. Letrozol erhöht den Anteil qualitativ hochwertiger Embryonen Letrozol ist ein Aromatasehemmer, ein Medikament, das die Umwandlung von Androgenen in Östrogene blockiert. Die Studie ergab, dass Frauen, die Letrozol zusätzlich zum Standardprotokoll mit Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Antagonisten erhielten, deutlich weniger Hormonpräparate benötigten und die Stimulation etwa zwei Tage früher abschlossen als Frauen, die nur das Standardprotokoll erhielten. Noch wichtiger ist, dass sie einen höheren Anteil reifer, befruchtungsfähiger Eizellen und eine größere Anzahl qualitativ hochwertiger Embryonen produzierten. Die Lebendgeburtenrate lag in der Letrozol-Gruppe bei rund 23,7 Prozent im Vergleich zu 11 Prozent in der Standardgruppe. Weitere Analysen zeigten, dass Frauen in der Letrozol-Gruppe ein 2,6-fach höhere Wahrscheinlichkeit für eine Lebendgeburt hatten. Bei der Analyse der Letrozol-Gruppe nach Alter erreichten Frauen im Alter von 35–38 Jahren eine klinische Schwangerschaftsrate von 60 Prozent und eine Lebendgeburtenrate von 44 Prozent, verglichen mit 25,5 Prozent bzw. 13,7 Prozent bei Frauen im Alter von 39–42 Jahren. „Obwohl wir festgestellt haben, dass Letrozol die Gesamtergebnisse verbessert, profitieren jüngere Patientinnen mit geringer ovarieller Reserve am meisten“, erklären die Autoren. Die Autoren fordern größere, multizentrische, randomisierte Studien, um diese Ergebnisse an einer breiteren Population zu bestätigen. Sollten sich diese Ergebnisse bestätigen, könnte die zusätzliche Gabe von Letrozol einen kostengünstigeren und klinisch wirksameren IVF-Behandlungsweg für eine der anspruchsvollsten Patientengruppen in der Reproduktionsmedizin darstellen. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie zum Thema künstliche Befruchtung ebenfalls interessieren: Zahl der Mehrlingsgeburten nach Kinderwunschbehandlung sinkt weiter In-vitro-Fertilisation: Akupunktur kann Stress, Schmerzen und Angst reduzieren
Mehr erfahren zu: "Mit Sack und Pack und Patienten: München Klinik Harlaching zieht um" Mit Sack und Pack und Patienten: München Klinik Harlaching zieht um Die München Klinik Harlaching zieht in diesen Tagen mitsamt Patienten und technischem Gerät im laufenden Betrieb in ihren Neubau und steht damit vor einer logistischen Herausforderung, wie das Krankenhaus betont.
Mehr erfahren zu: "Primärversorgung in der Apotheke? – Eine „abwegige Idee“" Primärversorgung in der Apotheke? – Eine „abwegige Idee“ Während die Apotheker zugunsten einer „schnelleren und effizienteren Versorgung“ Kompetenzen in der Primärversorgung für sich geltend machen, erteilen Ärzteverbände der „Primärversorgung light“ in der Apotheke eine „klare Absage“.
Mehr erfahren zu: "Östrogenverlust nach der Menopause könnte Alzheimer-Risiko erhöhen" Östrogenverlust nach der Menopause könnte Alzheimer-Risiko erhöhen Der Verlust der hirneigenen Östrogenproduktion nach der Menopause könnte laut einer neuen US-amerikanischen Studie zu Veränderungen der extrazellulären Matrix im Gehirn beitragen und damit erklären, warum Frauen häufiger an Alzheimer […]