Kryoablation zur Schmerzreduktion bei Trichterbrust-Korrekturen9. September 2026 Kontrolltermin nach erfolgreicher Trichterbrust-Operation mit Kryoablation der Interkostalnerven (v. l.): Patient im Gespräch mit den behandelnden Ärzten Dr. Oliver Deffaa und Dr. Sebastian Krämer. (Foto: ©UKL/ Hagen Deichsel) Seit einem Jahr wird am Universitätsklinikum Leipzig bei einer minimalinvasiven Trichterbrust-Korrektur routinemäßig eine Kryoablation der Interkostalnerven durchgeführt. Laut Klinikangaben wir damit eine deutliche postoperative Schmerzreduktion erreicht. Kommt es aufgrund einer Trichterbrust (Pectus excavatum) zu starken körperlichen Einschränkungen oder hohem Leidensdruck, wird eine operative Korrektur in Betracht gezogen. Diese erfolgt am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) in Form eines minimalinvasiven Eingriffs nach der modifizierten Nuss-Methode (MIRPE – Minimally Invasive Repair of Pectus Excavatum). Bei dieser Methode, die der US-amerikanische Kinderchirurg Dr. Donald Nuss erstmals im Jahr 1987 vorgenommen hat, werden ein oder mehrere passgenaue Metallbügel durch seitliche kleine Schnitte unter das Brustbein geschoben. Auf diese Weise wird der Brustkorb von innen angehoben und die normale Form stabilisiert. Sehr gute Schmerzreduktion direkt nach dem Eingriff „Dieser Eingriff gilt heute als das modernste und am häufigsten genutzte Standardverfahren, um eine eingedrückte Brustwand ohne großen Schnitt zu beheben“, erläutert Dr. Oliver Deffaa, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie am UKL. „Nach der Operation treten jedoch üblicherweise relevante Schmerzen auf. Seit Einführung der Kryoablation beobachten wir bei unseren Patientinnen und Patienten eine sehr gute Schmerzreduktion nach dem Eingriff. Viele benötigen deutlich weniger schmerzstillende Medikamente und können früher mobilisiert und entlassen werden“, erklärt Deffaa. Bei der Kryoablation der Interkostalnerven wird eine spezielle Sonde mit extrem tiefen Temperaturen von annähernd minus 80 Grad gezielt und kontrolliert an die Zwischenrippennerven geführt, wodurch die Schmerzleitung des Nervs vorübergehend unterbrochen wird, während gleichzeitig seine Schutzhülle unversehrt bleibt. Dadurch wird die Schmerzweiterleitung aus dem Operationsgebiet für mehrere Wochen bis Monate reduziert, bis sich die Nerven vollständig regeneriert haben. Dieses Verfahren ermöglicht eine deutlich effektivere frühe Schmerzkontrolle in den Wochen nach der Operation. „Wir gehören deutschlandweit zu den wenigen Kliniken, die dieses innovative Verfahren im Rahmen der Trichterbrust-Korrektur routinemäßig einsetzen“, hebt Prof. Martin Lacher, Leiter der Kinderchirurgie am UKL, hervor. „Die bisherigen Ergebnisse bestätigen unseren Weg, moderne schmerztherapeutische Konzepte konsequent in die klinische Versorgung zu integrieren. Ergebnis erfolgreicher interdisziplinärer Zusammenarbeit Der erfolgreiche Einsatz der Kryoablation bei der MIPRE-Operation der Trichterbrust ist laut UKL auch das Ergebnis der intensiven und interdisziplinären Zusammenarbeit von Kinderchirurgie, Thoraxchirurgie, vertreten durch den Geschäftsführenden Oberarzt PD Dr. Sebastian Krämer, und der Anästhesiologie, vertreten durch Prof. Tobias Piegeler. Ziel dieser interdisziplinären Kooperation ist es, die Expertise im Bereich der Trichterbrust-Korrektur zu bündeln, kontinuierlich weiterzuentwickeln und sämtliche Abläufe rund um die operative Versorgung – von der präoperativen Planung über die Schmerztherapie bis zur Nachsorge – fortlaufend zu optimieren. Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Kurzfristiger Effekt von Virtual Reality auf postoperative Schmerzen bei Jugendlichen
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