Künstliche Befruchtung: Der Blutdruck bestimmt den Erfolg31. Mai 2024 Foto: © interstid-1/stock.adobe.com In einer Studie von Wissenschaftlern des Zentrums für In-Vitro-Fertilisation in China und Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) wurde erstmals gezeigt, dass der Blutdruck auch den Erfolg der künstlichen Befruchtung beeinflusst. „Dies gilt offenbar nicht nur für einen Blutdruck, den wir gemäß den aktuellen Richtlinien als Bluthochdruck bezeichnen, sondern auch für Frauen, die zu Beginn der Schwangerschaft einen als normal oder hochnormal bezeichneten Blutdruck haben“, betont Prof. Berthold Hocher, Leiter der Arbeitsgruppe für experimentelle und translationale Nephrologie an der V. Medizinischen Klinik der UMM. In der Reproduktionsmedizin war dies bisher nicht bekannt und ist entsprechend bei der Therapie von unfruchtbaren Frauen nicht berücksichtigt worden. Die Studie umfasste mehr als 73.000 Frauen, die sich im Reproductive and Genetic Hospital von CITIC-Xiangya erstmals einer reproduktionsmedizinischen Behandlung – In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) – unterzogen. Außer dem Ereignis der Geburt eines Babys („Lebendgeburt“), wurden auch sekundäre Endpunkte wie die Schwangerschaftsrate sowie die Rate an Eileiterschwangerschaften und Fehlgeburten erfasst. Ergebnis der Untersuchung Die Studie zeigt: Ein höherer systolischer Blutdruck (SBP) zu Beginn der Schwangerschaft, der aber nach den derzeitigen gültigen Diagnosekriterien als normal gilt, verringerte die Chance auf ein Baby. Für den diastolischen Blutdruck (DBP) fand man keinen Hinweis auf eine entsprechende Korrelation. Hingegen waren höherer SBP und DBP mit höheren Risiken für Fehlgeburten in den ersten Schwangerschaftsmonaten, mit Schwangerschaftsdiabetes mellitus und mit Schwangerschaftshypertonie verbunden. Die Beobachtung, dass in einer Untergruppe von Frauen mit Hypertonie – entsprechend den derzeitigen Kriterien – die Geburtenrate um 5,4 Prozent niedriger war als bei Frauen mit normalem Blutdruck, stimmt mit früheren Studien zu Blutdruck und Geburtsereignissen überein. „Es wäre interessant zu wissen, ob die Ergebnisse dieser Studie auch für Frauen gelten, die auf natürlichem Wege schwanger werden“, konstatiert Prof. Bernhard Krämer, Direktor der V. Medizinischen Klinik. „Denn dies würde bedeuten, dass die Blutdruckrichtlinien, die in den letzten Jahrzehnten anhand von Daten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen festgelegt wurden, für Frauen mit Kinderwunsch überdacht werden müssten“, fügt er hinzu.
Mehr erfahren zu: "Mit Bewegung und Ibuprofen gegen das Chemobrain" Mit Bewegung und Ibuprofen gegen das Chemobrain Bewegung und Ibuprofen können laut einer aktuellen Phase-II-Studie – einzeln oder in Kombination – die kognitive Funktion von Patienten unter Chemotherapie verbessern.
Mehr erfahren zu: "Ovarial-/Endometriumkarzinom: ADC gegen B7-H4 vielversprechend" Weiterlesen nach Anmeldung Ovarial-/Endometriumkarzinom: ADC gegen B7-H4 vielversprechend Positive Daten zu einem neuartigen, gegen B7-H4 gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugat präsentierte das britische Pharmaunternehmen GSK am 12. April im Rahmen einer Late-Breaking-Session auf der Jahrestagung der Society of Gynecologic Oncology (SGO) […]
Mehr erfahren zu: "Mehr schwangerschaftsbedingte Todesfälle in der Pandemie – erhöhtes Risiko für schwarze Frauen bleibt bestehen" Mehr schwangerschaftsbedingte Todesfälle in der Pandemie – erhöhtes Risiko für schwarze Frauen bleibt bestehen Schwangerschaftsbedingte Todesfälle in den USA nahmen während der COVID-19-Pandemie stark zu, wobei die Auswirkungen für schwarze Frauen besonders groß waren, wie eine neue Studie nahelegt.