Künstliche Ernährung: DGEM warnt vor Lieferengpässen bei Multivitaminpräparaten22. Juni 2021 Foto: ©pusteflower9024 – stock.adobe.com Spezielle Multivitaminpräparate und deren Einzelkomponenten zur parenteralen Ernährung sind aufgrund von Lieferengpässen ab sofort nur noch sehr begrenzt verfügbar. Darauf macht die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) aufmerksam und gibt Fachkräften Empfehlungen, wie mit den knappen Ressourcen umgegangen werden sollte. Wie Kliniken und Apotheken berichten, steht das Multivitaminpräparat Cernevit® voraussichtlich bis Januar 2022 nur in reduzierter Menge zur Verfügung. Die fettlöslichen Einzelkomponenten im Produkt Vitalipid® adult seien zwar im bisherigen Umfang lieferbar, könnten jedoch die enorm gestiegene Nachfrage auf dem Markt aktuell nicht abdecken, heißt es von der DGEM. Gründe für diesen Engpass seien zum einen der enorm gestiegene Bedarf an Cernevit® und zum anderen die anderweitig gebundenen Produktionskapazitäten für COVID-19-Impfstoffe. Krankenhäuser und Kliniken erhalten die Vitaminpräparate, die primär für die parenterale Ernährung eingesetzt werden, daher nur noch kontingentiert, erklärt die Fachgesellschaft in einer aktuellen Pressemitteilung. Immer dann, wenn ein Patient vollständig parenteral ernährt werde, sei die tägliche Gabe von Vitaminen und Spurenelementen zwingend zu empfehlen, so die DGEM. Werde ein Patient länger als eine Woche parenteral ernährt, so sei die Zugabe von Vitaminen und Spurenelementen unerlässlich. Um parenteral ernährte Patienten trotz Lieferengpässen auch weiterhin ausreichend mit Vitaminen zu versorgen, rät Prof. Diana Rubin, DGEM-Vorstandsmitglied sowie Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin an den Vivantes Kliniken in Berlin, sich an den Empfehlungen der American Society for Parenteral and Enteral Nutrition (ASPEN) zum Vorgehen bei Multivitaminverknappungen zu orientieren. „Für Patienten, die ausschließlich parenteral ernährt werden können oder für Patienten mit einem therapeutischen, medizinischen Bedarf an intravenösen Multivitaminen sollten intravenöse Multivitamine vom behandelnden Arzt reserviert werden“, sagt Rubin. „Sofern möglich, sollte eine Ernährung immer auf oralem oder enteralem Weg erfolgen“, ergänzt Ockenga. „Wenn notwendig, muss die Zufuhr intravenöser Multivitamine rationiert werden, indem zum Beispiel die Tagesdosis um 50 Prozent verringert wird.“ Anmerkung der Redaktion: In einer ursprünglichen Version der Meldung kam es aufgrund einer fehlerhaften Darstellung seitens der DGEM zu der Aussage, dass die Produkte Cernevit® und Vitalipid® adult der Firma Baxter Deutschland GmbH, „voraussichtlich bis Ende 2021 nicht lieferbar“ seien. Die DGEM korrigierte diese Aussage am 30.06.2021, was wir in unsere Meldung übernommen haben. Sowohl die DGEM als auch unsere Redaktion bittet diesen Fehler zu entschuldigen. Die genannten Empfehlungen zum Umgang bei Vitaminverknappung bleiben gültig.
Mehr erfahren zu: "Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen" Schleswig-Holstein: Uniklinikum behandelte bereits 1200 Menschen mit E-Scooter-Unfällen Jeder sechste Unfall mit E-Scootern steht unter Alkoholverdacht – und junge Männer sind besonders häufig betroffen. Was steckt hinter dem Anstieg der Notfälle in Kiel und Lübeck?
Mehr erfahren zu: "Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie" Zi-Trendreport: Weiter hohe Nachfrage nach Psychotherapie Bei insgesamt weitgehend konstant gebliebener Inanspruchnahme der ambulanten Versorgung hat die Zahl der Behandlungsfälle in Psychotherapie und Psychiatrie im Jahr 2025 deutlich zugenommen. Weniger Fälle haben hingegen Kinder- und Jugendärzte behandelt. Das geht […]
Mehr erfahren zu: "Experimentelle Studie zu Rebound-Schmerzen: Keine Hinweise auf Hypersensitivität nach Nervenblockade" Experimentelle Studie zu Rebound-Schmerzen: Keine Hinweise auf Hypersensitivität nach Nervenblockade Rebound-Schmerzen sind ein bekanntes Phänomen nach einem chirurgischen Eingriff unter einer peripheren Nervenblockade. Die Ergebnisse einer aktuellen Studie sprechen gegen die Vermutung, dass der Rebound-Schmerz auf eine Hypersensitivität durch die […]