Künstliche Süßstoffe und das Risiko eines Typ-2-Diabetes

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Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Risiko, einen Typ-2-Diabetes (T2D) zu entwickeln, und künstlichen Süßstoffen, unter Berücksichtigung aller Nahrungsquellen (insgesamt und nach Art des künstlichen Süßstoffs)? Dieser Frage ging ein französisches Forschungsteam in einer groß angelegten prospektiven Kohorte nach.

Die Analysen umfassten 105.588 Teilnehmer der webbasierten NutriNet-Santé-Studie (Frankreich; 2009–2022; Alter 42,5 ±14,6 Jahre; 79,2% Frauen). Wiederholte 24-h-Ernährungsaufzeichnungen, einschließlich Marken und Handelsnamen von Industrieprodukten, kombiniert mit qualitativen und quantitativen Daten zur Zusammensetzung von Lebensmittelzusatzstoffen, ermöglichten eine genaue Bewertung der Aufnahme von künstlichen Süßstoffen aus allen Nahrungsquellen.

Assoziationen zwischen künstlichen Süßstoffen (insgesamt; Aspartam, Acesulfam-Kalium [K] und Sucralose) und einem T2D untersuchten die Forschenden mit Cox-Proportional-Hazard-Modellen, die für potenzielle Störfaktoren, einschließlich Gewichtsschwankungen während des Follow-ups, adjustiert waren.

Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 9,1 Jahren (946.650 Personenjahre; 972 T2D-Inzidenzen) hatten Personen mit einem höheren Konsum von künstlichen Süßstoffen (oberhalb des geschlechtsspezifischen Medians von 16,4 mg/Tag bei Männern bzw. 18,5 mg/Tag bei Frauen) vs. Nichtkonsumenten ein höheres Risiko, an T2D zu erkranken (HR 1,69; 95%-KI 1,45–1,97; pTrend<0,001). Zudem konnten positive Assoziationen für einzelne künstliche Süßstoffe nachgewiesen werden: Aspartam (HR 1,63; 95%-KI 1,38–1,93; pTrend<0,001), Acesulfam-K (HR 1,70; 95%-KI 1,42–2,04: pTrend<0,001) und Sucralose (HR 1,34; 95%-KI 1,07–1,69; pTrend=0,013). Auch trotz zusätzlicher Sensitivitätsanalysen konnte eine mögliche umgekehrte Kausa­lität nicht ausgeschlossen werden.

Fazit
Die nachgewiesenen positiven Assoziationen zwischen dem Verzehr künstlicher Süßstoffe und einem erhöhten T2D-Risiko verstärken die Hinweise darauf, dass diese Zusatzstoffe möglicherweise keine sichere Zuckeralternative darstellen. Diese Daten haben hohe Relevanz für die weltweite Neubewertung von künstlichen Süßstoffen. (je)

Autoren: Debras C et al.
Korrespondenz: Charlotte Debras; [email protected]
Studie: Artificial Sweeteners and Risk of Type 2 Diabetes in the Prospective NutriNet-Santé Cohort
Quelle: Diabetes Care 2023;46(9):1681–1690.
Web: https://doi.org/10.2337/dc23-0206