Künstliche Süßstoffe und das Risiko eines Typ-2-Diabetes15. Februar 2024 © adragan – stock.adobe.com (Symbolbild) Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Risiko, einen Typ-2-Diabetes (T2D) zu entwickeln, und künstlichen Süßstoffen, unter Berücksichtigung aller Nahrungsquellen (insgesamt und nach Art des künstlichen Süßstoffs)? Dieser Frage ging ein französisches Forschungsteam in einer groß angelegten prospektiven Kohorte nach. Die Analysen umfassten 105.588 Teilnehmer der webbasierten NutriNet-Santé-Studie (Frankreich; 2009–2022; Alter 42,5 ±14,6 Jahre; 79,2% Frauen). Wiederholte 24-h-Ernährungsaufzeichnungen, einschließlich Marken und Handelsnamen von Industrieprodukten, kombiniert mit qualitativen und quantitativen Daten zur Zusammensetzung von Lebensmittelzusatzstoffen, ermöglichten eine genaue Bewertung der Aufnahme von künstlichen Süßstoffen aus allen Nahrungsquellen. Assoziationen zwischen künstlichen Süßstoffen (insgesamt; Aspartam, Acesulfam-Kalium [K] und Sucralose) und einem T2D untersuchten die Forschenden mit Cox-Proportional-Hazard-Modellen, die für potenzielle Störfaktoren, einschließlich Gewichtsschwankungen während des Follow-ups, adjustiert waren. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 9,1 Jahren (946.650 Personenjahre; 972 T2D-Inzidenzen) hatten Personen mit einem höheren Konsum von künstlichen Süßstoffen (oberhalb des geschlechtsspezifischen Medians von 16,4 mg/Tag bei Männern bzw. 18,5 mg/Tag bei Frauen) vs. Nichtkonsumenten ein höheres Risiko, an T2D zu erkranken (HR 1,69; 95%-KI 1,45–1,97; pTrend<0,001). Zudem konnten positive Assoziationen für einzelne künstliche Süßstoffe nachgewiesen werden: Aspartam (HR 1,63; 95%-KI 1,38–1,93; pTrend<0,001), Acesulfam-K (HR 1,70; 95%-KI 1,42–2,04: pTrend<0,001) und Sucralose (HR 1,34; 95%-KI 1,07–1,69; pTrend=0,013). Auch trotz zusätzlicher Sensitivitätsanalysen konnte eine mögliche umgekehrte Kausalität nicht ausgeschlossen werden. Fazit Die nachgewiesenen positiven Assoziationen zwischen dem Verzehr künstlicher Süßstoffe und einem erhöhten T2D-Risiko verstärken die Hinweise darauf, dass diese Zusatzstoffe möglicherweise keine sichere Zuckeralternative darstellen. Diese Daten haben hohe Relevanz für die weltweite Neubewertung von künstlichen Süßstoffen. (je) Autoren: Debras C et al. Korrespondenz: Charlotte Debras; [email protected] Studie: Artificial Sweeteners and Risk of Type 2 Diabetes in the Prospective NutriNet-Santé Cohort Quelle: Diabetes Care 2023;46(9):1681–1690. Web: https://doi.org/10.2337/dc23-0206
Mehr erfahren zu: "Retinitis pigmentosa: Therapie lässt blinde Menschen einfache Objekte wahrnehmen" Weiterlesen nach Anmeldung Retinitis pigmentosa: Therapie lässt blinde Menschen einfache Objekte wahrnehmen Eine Gentherapie kombiniert mit einer Spezialbrille kann Menschen mit Retinitis pigmentosa, einer schweren erblichen Netzhauterkrankung helfen, wieder einfache visuelle Eindrücke wahrzunehmen.
Mehr erfahren zu: "Wie Optogenetik in Bonn zur Netzhautforschung beiträgt" Wie Optogenetik in Bonn zur Netzhautforschung beiträgt Der Medizin-Nobelpreis würdigt in diesem Jahr die Entwicklung der Optogenetik. Auch in Bonn wird diese Methode eingesetzt, um menschliche Netzhautzellen zu erforschen und neue Ansätze für die Behandlung degenerativer Netzhauterkrankungen […]
Mehr erfahren zu: "Medizin-Nobelpreis geht an zwei Deutsche und einen US-Forscher" Medizin-Nobelpreis geht an zwei Deutsche und einen US-Forscher Für ihre Forschung zur gezielten Veränderung von Zellen erhalten ein Berliner und ein Würzburger Forscher sowie ein US-Amerikaner den diesjährigen Nobelpreis für Medizin/Physiologie.