Kürzungen bei der ZB MED gefährden Open-Access-Angebote4. November 2025 Foto: Postmodern Studio/stock.adobe.com Bei der Deutschen Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) drohen Kürzungen. Diese gefährden die Fortsetzung des Open-Access-Projekts German Medical Science (GMS). Die AWMF zeigt sich besorgt und fordert, die Verfügbarkeit wissenschaftlicher Daten nachhaltig zu sichern. Trotz ihrer strategischen Bedeutung ist die Finanzierung der ZB MED bisher nicht gesichert, darauf weist die Arbeitsgemeinschaft der Medizinischen Wissenschaftlichen Fachgesellschaften in einer Mitteilung hin. Neben Literatur- und Genomdatenbanken stellt die ZB MED der Fachwelt und der Öffentlichkeit auch Plattformen für die digitale Publikation neuer wissenschaftlicher medizinischer Forschungsdaten und Living Textbooks zur Verfügung. „Wissenschaftliche medizinische Publikationen als Open Access bieten einen offenen Zugang zu Literatur und Forschungsdaten“, erklärt Prof. Rolf-Detlef Treede, Präsident der AWMF. „Während die Leserschaft von Open Access durchgehend profitiert, machen die teilweise exorbitant hohen Publikationsgebühren der kommerziellen Anbieter die Veröffentlichung ihrer Ergebnisse für Forschende zu einer zunehmend schwerer überwindbaren Hürde“, ergänzt er. GMS: Wichtiger Beitrag zur Wissenschaftsfreiheit „Das seit 2003 bestehende Open-Access-Portal German Medical Science (GMS) wird gemeinsam durch AWMF und ZB MED betrieben. Diese Kooperation stellt bis heute aufgrund ihrer nicht-kommerziellen Ausrichtung ein Leuchtturmprojekt für das Open-Access-Publizieren dar“, sagt Dennis Makoschey, Geschäftsführer der AWMF und der GMS gGmbH. „Über GMS werden neben unserem interdisziplinären Journal derzeit 16 weitere medizinische Fachzeitschriften herausgegeben. Alle Publikationen durchlaufen eine Begutachtung durch Fachleute und sind nach Bestehen sofort digital und kostenfrei zugänglich“, erklärt er. „GMS als Projekt von AWMF und ZB MED leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Wissenschaftsfreiheit. Die langfristige Sicherung des Projekts GMS bedarf einer nachhaltigen Finanzierung der ZB MED durch Bundesländer und Bund”, fordert Makoschey.
Mehr erfahren zu: "Zi-Studie zur Kooperationspraxen: Potenzial zur Entlastung von Notaufnahmen" Zi-Studie zur Kooperationspraxen: Potenzial zur Entlastung von Notaufnahmen Notaufnahme überlastet? Kooperationspraxen können dazu beitragen, weniger dringliche Patienten in die ambulante Versorgung zu steuern. Voraussetzung: verlässliche Prozesse, ausreichende Kapazitäten und bessere Vergütung.
Mehr erfahren zu: "Neue KI betrachtet Krebsdiagnostik im Verlauf" Neue KI betrachtet Krebsdiagnostik im Verlauf Mehr als eine Momentaufnahme eines Patienten soll entstehen, wenn neue KI-Modelle histopathologische Bilder dynamisch mit molekularen Messdaten und klinischen Informationen integrieren.
Mehr erfahren zu: "Prävention von Wheezing und Asthma: Studie mit oralem Bakterienprodukt liefert keinen Hinweis auf Wirksamkeit" Prävention von Wheezing und Asthma: Studie mit oralem Bakterienprodukt liefert keinen Hinweis auf Wirksamkeit Die Ergebnisse einer gerade veröffentlichten Studie liefern neue Erkenntnisse, die möglicherweise Anlass sein könnten, zumindest einige Aspekte der Hygiene-Hypothese zu überdenken.