Kutaner Lupus: Weniger infektionsbedingte Hospitalisierungen unter Anifrolumab

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Bei chronischem kutanen Lupus ist eine Behandlung mit Anifrolumab mit weniger infektionsbedingten Hospitalisierungen assoziiert, so das vorläufige Ergebnis einer US-amerikanischen Untersuchung.

Derzeit werden bei Patienten mit chronischem kutanen Lupus erythematodes bestehende Therapieansätze des systemischen Lupus erythematodes adaptiert. Wenn eine Behandlung mit topischen und oralen Arzneimitteln nicht ausreichend wirksam ist, werden Immunsuppressiva wie Methotrexat und Mycophenolat eingesetzt. Diese können die Infektionsanfälligkeit gegenüber potenziell lebensbedrohlichen viralen und bakteriellen Infektionen erhöhen.

Vorläufige Ergebnisse einer von Prüfärzten initiierten klinischen Studie zeigen nun, dass bei einigen Patienten mit chronischem kutanem Lupus erythematodes unter der Behandlung mit Anifrolumab weniger infektionsbedingte Hospitalisierungen erforderlich waren. Anifrolumab ist ein von der US-amerikanischen Food and Drug Administration zur Behandlung des systemischen Lupus erythematodes zugelassener monoklonaler Antikörper.

Vorteile gegenüber konventionellen Immunsuppressiva

Die Ergebnisse der von Johns Hopkins Medicine in Baltimore (USA) geleiteten Studie wurden als „Letter to the Editor“ im „Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology“ veröffentlicht. Sie deuten darauf hin, dass Anifrolumab bei Patienten mit therapieresistentem chronischem kutanem Lupus spezifische Vorteile gegenüber konventionellen Immunsuppressiva bieten kann.

„Wir verstehen noch nicht vollständig, wann und wie Anifrolumab bei Patienten mit kutanem Lupus eingesetzt werden sollte“, sagt Dr. Jun Kang, Erstautor der Studie und Assistant Professor für Dermatologie an der Johns Hopkins University School of Medicine. „Wir schaffen eine evidenzbasierte Grundlage und ein besseres Verständnis dafür, wie dieses Arzneimittel eingesetzt werden kann und was Behandler bei seiner Verordnung erwarten können.“

Patienten mit kutanem und systemischem Lupus untersucht

Für die Studie verglichen die Forschenden die klinischen Verläufe von 71 Erwachsenen mit gleichzeitig bestehendem chronischem kutanem Lupus erythematodes und systemischem Lupus erythematodes nach einem Behandlungsjahr. Die Patienten wurden drei Therapiegruppen zugeordnet: konventionelle Immunsuppressiva allein (46 Erwachsene), Anifrolumab in Kombination mit konventionellen Immunsuppressiva (13 Erwachsene) sowie Anifrolumab als Monotherapie (12 Erwachsene).

Die Studienpopulation bestand überwiegend aus Frauen (90,1%). Bei 94,4 Prozent war ein chronisch-diskoider kutaner Lupus erythematodes diagnostiziert worden. Nach einem Jahr waren die Infektionsraten in den drei Gruppen insgesamt vergleichbar und betrugen 65,2 Prozent, 69,2 Prozent beziehungsweise 66,7 Prozent.

Unterschiede bei den berichteten Infektionen

Patienten unter konventionellen Immunsuppressiva wiesen den höchsten Anteil infektionsbedingter Hospitalisierungen auf: 32,6 Prozent gegenüber 23,1 Prozent unter Anifrolumab plus konventioneller Immunsuppression und 0 Prozent unter Anifrolumab-Monotherapie. Ebenso benötigten 47,8 Prozent der Patienten unter Immunsuppressiva, 38,5 Prozent der Patienten unter der Kombination aus Anifrolumab und einem konventionellen Immunsuppressivum sowie 8,3 Prozent der Patienten unter Anifrolumab systemische Antibiotika.

Darüber hinaus berichteten Patienten unter konventioneller Immunsuppression am häufigsten über bakterielle Infektionen (50,0% vs. 30,8% unter der Kombinationstherapie und 8,3% unter Anifrolumab-Monotherapie). Virale Infektionen wurden hingegen häufiger bei Patienten unter Anifrolumab plus Immunsuppressivum beziehungsweise unter Anifrolumab allein berichtet (53,8% bzw. 41,7%). Pneumonien (15,2%) und Weichteilinfektionen (23,9%) traten nahezu ausschließlich bei Patienten auf, die ausschließlich konventionelle Immunsuppressiva erhielten.

Evidenz durch Real-World-Daten

Die Forschenden hoffen, dass die Ergebnisse Klinikern ein klareres Verständnis dafür vermitteln, inwiefern Anifrolumab Patienten mit chronischem kutanem Lupus zugutekommen kann, die auf andere Therapien unzureichend angesprochen haben. „Bisher lagen lediglich Einzelfallberichte und Fallserien zum Einsatz von Anifrolumab beim chronischen kutanen Lupus erythematodes vor. Unsere Real-World-Daten sollten jedoch robustere Evidenz und mehr Klarheit darüber liefern, wie dieses Arzneimittel eingesetzt werden kann“, so Kang. (ins)