Laborärzte: „Berliner Panikreaktion“15. Februar 2022 Foto: © oatawa – stock.adobe.com Laut dem Berufsverband Deutscher Laborärzte e.V. schränkt die neue Coronavirus-Testverordnung die Testqualität ein. „Paradox“ nennt der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte Dr. Andreas Bobrowski die politischen Weichenstellungen der neuen Coronavirus-Testverordnung, die am Samstag (12.02.) in Kraft getreten ist. „Statt nach wochenlangen Debatten um Schnelltest-Qualität und PCR-Kapazitäten den weiteren Testausbau in den Facharztlaboren zu unterstützen, wird die PCR gleich vierfach eingeschränkt: beim Freitesten, bei Nutzung der Corona-Warn-App, in der Mutationsverfolgung und durch die Aufwertung schlechterer Point-of-Care-Tests. Es irritiert schon, wenn die medizinischen Labore vorausschauend ihre Kapazitäten an den Bedarf anpassen und dann kommt die neue Testverordnung, die all diese Bemühungen zunichtemacht.“ Vor dem Hintergrund, dass zuletzt minderwertige Antigen-Schnelltests für mehr Testqualität aussortiert werden sollten, müsse die neue Coronavirus-Testverordnung nun als „Misstrauensvotum gegen die Laborärztinnen und Laborärzte“ gewertet werden, so Bobrowski. „Rückblickend auf die Meldungen über knappe PCR-Kapazitäten kann man schon von einer Berliner Panikreaktion sprechen. Bei absehbar sinkenden Infektionszahlen wäre es besser gewesen, die Testverordnung zu belassen wie sie war: Mit der bisherigen Trias aus PCR-Priorisierung für medizinisches Personal und gefährdete Patienten, der gezielten Eindämmung des infektiöseren Omikron-Subtyps BA.2 und qualitätsgesicherten Freitestungen kämen wir besser aus der fünften Infektionswelle.“ Stattdessen müssten die medizinischen Labore jetzt speziell für die Eindämmung der BA.2-Mutation gekaufte variantenspezifische PCR-Tests entsorgen, da sie aufgrund der neuen Testverordnung buchstäblich über Nacht nicht mehr angefordert werden dürfen. „Die neue Coronavirus-Testverordnung wirkt auf die Laborärztinnen und Laborärzte abschreckend statt vertrauensbildend“, so das Fazit des BDL-Vorsitzenden.
Mehr erfahren zu: "Sichelzellmerkmal könnte Diabetes-Diagnostik verfälschen" Sichelzellmerkmal könnte Diabetes-Diagnostik verfälschen Menschen mit einem Sichelzellmerkmal könnten häufiger unerkannt an Prädiabetes oder Diabetes leiden. Eine Studie aus Ghana zeigt, dass die Immunturbidimetrie den HbA1c-Wert bei diesen Personen deutlich unterschätzt. Die Forschenden plädieren […]
Mehr erfahren zu: "Cyberangriff auf die Praxis: BSI unterstützt bei Umsetzung der IT-Sicherheitsrichtlinie" Cyberangriff auf die Praxis: BSI unterstützt bei Umsetzung der IT-Sicherheitsrichtlinie Was tun bei einem Cyberangriff auf die eigene Praxis? Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) unterstützt Praxen dabei, aktuelle Anforderungen an die Cybersicherheit umzusetzen und dauerhaft zu verankern.
Mehr erfahren zu: "Ependymome: Metabolomische Analyse identifiziert neue Therapieziele" Ependymome: Metabolomische Analyse identifiziert neue Therapieziele Ependymome stellen eine der häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen des zentralen Nervensystems bei Kindern dar. Eine neue Studie liefert eine systematische Charakterisierung der Stoffwechselprogramme dieser Tumoren und deutet auf potenzielle Angriffspunkte für […]