Laktobazillen im Seminalplasma korrelieren mit günstigeren Spermienparametern

Laktobazillen. Symbolbild (KI-generiert): Anna – stock.adobe.com

Eine höhere Häufigkeit von Laktobazillen im Ejakulat ist mit günstigeren Spermienparametern assoziiert, während anaerobe und fakultative Bakterien mit schlechteren Ergebnissen in Verbindung stehen. Zu diesen Ergebnissen kommt eine prospektive Querschnittsstudie.

Rossella Cannarella von der Universität Catania (Italien) und Kollegen haben in ihrer Studie die Verbindung zwischen der Zusammensetzung der Mikrobiota im Sperma und den Spermienparametern untersucht, um deren Auswirkungen auf die männliche Reproduktionsfunktion zu verstehen. Die Studie umfasste 100 eugonadale erwachsene Männer, die sich in einer universitätsangehörigen Abteilung für Endokrinologie und Andrologie untersuchen ließen. Bei ihnen erfassten die Wissenschaftler die Konzentrationen von Laktobazillen sowie obligat und fakultativ anaeroben Bakterien im Seminalplasma, gleichzeitig analysierten sie die konventionellen Spermienparameter und die Leukozytenzahlen im Seminalplasma. Daüber hinaus bestimmten sie die Serumspiegel von luteinisierendem Hormon, follikelstimulierendem Hormon und Testosteron. Mithilfe von Regressionsmodellen untersuchten sie Zusammenhänge zwischen den Parametern. Schließlich legten sie prädiktive Schwellenwerte für eine Spermienkonzentration von >16 Mio./ml sowie eine progressive Spermienmotilität von >30 % fest.

Laktobazillen versus Anaerobier

Die Konzentration von Laktobazillen im Seminalplasma korrelierte positiv mit der Spermienkonzentration (r = 0,42; p < 0,001). Die Leukozytenkonzentration im Seminalplasma sowie der bei der Spermienanalyse ermittelte prozentuale Anteil unreifer Keimzellen (Spermatiden) zeigten jeweils negative Korrelationen (r = -0,35; p = 0,002 bzw. r = -0,37; p < 0,001). Je mehr obligat und fakultativ anaerobe Bakterien nachzuweisen waren, desto geringer war die progressive Spermienmotilität (r = -0,77; p < 0,001) und desto höher war der prozentuale Anteil an Spermatiden (r = 0,72; p < 0,001). Das Verhältnis von Laktobazillen zu Gesamtbakterien korrelierte negativ mit der Leukozytenkonzentration (r = -0,96; p < 0,001) sowie dem Anteil an Spermatiden (r = -0,89; p < 0,001) und positiv mit der progressiven Motilität der Spermien (r = 0,95; p < 0,001).

Sämtliche dieser Korrelationen blieben auch nach entsprechenden Adjustierungen signifikant. Die Konzentrationen von Laktobazillen, anaeroben/fakultativen Bakterien sowie das Verhältnis von Laktobazillen zu Gesamtbakterien erwiesen sich als starke Prädiktoren für die Spermienkonzentration und -motilität und zeigten dabei eine hohe Sensitivität und Spezifität.

Relevanz für die Diagnostik

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Zusammensetzung der Mikrobiota des Ejakulats – insbesondere die relative Häufigkeit von Laktobazillen im Verhältnis zu anaeroben/fakultativen Bakterien – zentrale Spermienparameter wie Konzentration und Motilität beeinflussen könnte. Dies unterstreicht die potenzielle klinische Relevanz des Mikrobiota-Profilings im Rahmen der Diagnostik der männlichen Fertilität. Die Autoren betonen jedoch, dass zur Bestätigung der Kausalität jedoch weitere Studien erforderlich seien.

(ms)

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