Landesweite Programme zeigen nachhaltige Erfolge gegen Skabies

Symbolbild: © Aliaksei – stock.adobe.com

Ein nationales Programm zur Skabies-Kontrolle hat die Fallzahlen der hochkontagiösen parasitären Hauterkrankung auf den Salomonen und den Fidschi-Inseln deutlich reduziert.

Skabies ist in pazifischen Inselstaaten endemisch und verursacht ausgeprägten Juckreiz sowie Hautläsionen. Daraus können sekundäre bakterielle Hautinfektionen, insbesondere durch Streptokokken der Gruppe A (Streptococcus pyogenes), resultieren. Die Erkrankung steht außerdem mit schwerwiegenden Langzeitkomplikationen in Zusammenhang, darunter Nierenerkrankungen sowie möglicherweise rheumatische Herzerkrankungen. Mit weltweit mehr als 600 Millionen Fällen jährlich wurde Skabies 2017 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als vernachlässigte Tropenkrankheit anerkannt. Dies verstärkte den globalen Fokus auf wirksame Kontrollstrategien.

Kontrollierte Maßnahmen auf nationaler Ebene

Eine unter Leitung des World Scabies Program (WSP) am Murdoch Children’s Research Institute (MCRI) in Melbourne, Australien, durchgeführte Untersuchung ergab, dass das erste landesweite Programm einer Mass Drug Administration (MDA) dieser Art zu ausgeprägten und anhaltenden Rückgängen von Skabies und assoziierten Hautinfektionen in den pazifischen Inselstaaten geführt hat. Die MDA umfasste Ivermectin, ein breit eingesetztes Antiparasitikum zur Behandlung vernachlässigter Tropenkrankheiten.

Laut Dr. Susanna Lake vom MCRI zeigen die Ergebnisse, dass Skabies durch koordinierte nationale Maßnahmen kontrolliert werden könne. „Unsere Ergebnisse zeigen erstmals, dass Skabies – eine Erkrankung, die bei Kindern und Familien erhebliches Leid verursacht – signifikant reduziert werden kann, wenn eine wirksame Behandlung flächendeckend bereitgestellt wird“, so Lake.

Die MDA wurde von den Ministerien für Gesundheit und medizinische Versorgung auf den Salomonen und Fidschi mit Unterstützung des WSP umgesetzt. Das WSP ist eine Initiative des MCRI, an der auch Forschende des am UNSW Sydney angesiedelten Kirby Institute beteiligt sind.

Skabies und Impetigo deutlich reduziert

Die in „Nature Health“ publizierte Studie ergab, dass die Skabies-Prävalenz nach zwei jährlichen MDA-Runden, die der Gesamtbevölkerung der Salomonen verabreicht worden waren, von 23,2 Prozent auf 3,9 Prozent sank. Die Prävalenz von Impetigo contagiosa, einer bakteriellen Hautinfektion, ging im selben Zeitraum von 9,2 Prozent auf 1,6 Prozent zurück.

Auf den Fidschi-Inseln, wo landesweit eine MDA-Runde durchgeführt wurde, halbierte sich die Skabies-Prävalenz innerhalb von zwölf Monaten nach der Behandlung nahezu, von 6,2 Prozent auf 3,4 Prozent. Parallel sank die Impetigo-Prävalenz von 4,3 Prozent auf 1,2 Prozent.

Im Rahmen des MDA-Programms wurden mehr als 2,5 Millionen Ivermectin-Dosen abgegeben. Skabies und Impetigo gingen in beiden Ländern in allen Altersgruppen zurück, einschließlich bei Kleinkindern, die die höchste Krankheitslast tragen. Auch die Prävalenz einer mittelschweren bis schweren Skabies nahm erheblich ab.

Prof. Andrew Steer vom MCRI betonte die besondere Relevanz der Ergebnisse für Länder mit hoher Skabieslast und begrenzten Ressourcen des Gesundheitssystems. „Skabies wurde trotz ihrer Assoziation mit schweren Infektionen und Langzeiterkrankungen lange vernachlässigt“, sagte er. „Unsere Forschung liefert entscheidende Evidenz für nationale und internationale gesundheitspolitische Entscheidungen und unterstützt eine breitere Integration der Skabieskontrolle in Programme der öffentlichen Gesundheit und zu vernachlässigten Tropenkrankheiten.“ (ins)