Langzeitbeobachtung nasaler Polypen

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Nasenpolypen sind eine in HNO-Praxen häufig gesehene Kondition, doch bislang ist über Pathogenese und natürliche Entwicklung dieser Schleimhautausstülpungen wenig bekannt.

Gegenstand einer Studie schwedischer Otolaryngologen war daher die Langzeitbeobachtung von Individuen mit unbehandelten Nasenpolypen unter Fokussierung auf die Größe der Polypen, Symptome sowie die Atmungsfunktion. Dazu wurden 33 Probanden mit unbehandelten Polypen im Alter zwischen 27 und 87 Jahren für die bevölkerungsbezogenen Studie an einem Krankenhaus im ländlichen Schweden rekrutiert, ihr inspiratorischer Durchfluss, das Riechvermögen sowie die Polypengröße wurden gemessen und eventuelle Atembeschwerden registriert. Nachfolge­untersuchungen wurden nach 6 und nach 13 Jahren durchgeführt sowie zwischenzeitliche Veränderungen analysiert.

Im Untersuchungszeitraum veränderten sich die Größe und das ein- oder beidseitige Auftreten von Polypen ohne erkennbares Muster und ohne längerfristigen Trend in Bezug auf die Atemwegsfunktion. Zum Zeitpunkt des 6-jährigen Follow-ups waren die Polypen von 21 Patienten (64 %) nicht behandelt worden, bei den restlichen 12 Patienten (36 %) blieben sie auch nach 13 Jahren unbehandelt. Bei 7 Patienten wurde im Untersuchungszeitraum aufgrund zunehmender Größe der Polypen und Behinderung des nasalen Atemflusses eine Therapie durchgeführt.

Nasenpolypen, so das Fazit der Autoren, sind Teil einer chronischen Entität, entwickeln sich jedoch nicht zwangsläufig zu einer schwereren Erkrankung. Eine Therapie sollte daher nur aufgrund individueller Problematiken erfolgen.

 

Autor: Oscarsson et al.
Korrepondenz: Department of Otorhinolaryngology, Skaraborgs Hospital, Skövde, Sweden
Studie: What Happens With Untreated Nasal Polyps Over Time? A 13-Year Prospective Study.
Quelle: Ann Otol Rhinol Laryngol. 2016 Sep;125(9):710-715.
Web: dx.doi.org/10.1177/0003489416649971.