Langzeitmission im All wohl ohne negative Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit14. August 2025 Symbolfoto: ©Gorodenkoff/stock.adobe.com Die Struktur und Funktion der Arterien von Astronauten scheinen bis zu fünf Jahre nach ihrer Rückkehr von der Internationalen Raumstation (ISS) stabil und frei von Krankheiten zu bleiben, wie eine neue Studie im „Journal of Applied Physiology“ zeigt. Studien haben bereits Veränderungen im Körper von Astronauten nach Raumflügen nachgewiesen, darunter in den Augen, Muskeln und Knochen. Kurzfristige Anpassungen des menschlichen Herz-Kreislauf-Systems an die Mikrogravitation umfassen eine verringerte Blutzirkulation im Körper, eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit sowie Schwindel oder Benommenheit beim Aufstehen nach der Rückkehr zur Erde. Die langfristigen Auswirkungen von Langzeitaufenthalten im Weltraum auf den menschlichen Körper sind jedoch weniger klar belegt. Langzeitbeobachtung von 13 NASA-Astronauten Die neue Studie, an der 13 NASA-Astronauten (10 Männer, 3 Frauen) freiwillig teilnahmen, hatte das Ziel, mehr Aufschluss über diese Langzeiteffekte zu geben. Die Studienteilnehmer waren zu Beginn ihrer ISS-Mission im Alter von Ende 30 bis Ende 50 und verbrachten zwischen vier Monaten und fast einem Jahr im Weltraum. Die Forscher untersuchten zu verschiedenen Zeitpunkten Ultraschallbilder der Carotis und Brachialis der Freiwilligen: vor dem Start, während des Raumfluges, eine Woche nach der Rückkehr zur Erde sowie bis zu drei Mal in den fünf Jahren nach der Landung. Zusätzlich überprüfte das Forschungsteam die medizinischen Daten der Astronauten in diesen fünf Jahren nach der Landung und verglich sie mit den Daten von vor dem Flug. Keine Hinweise auf Zunahme von Herzkrankheiten Zu den wichtigsten Ergebnissen der Studie gehören: Erhöhte Werte der meisten Entzündungs- und oxidativen Stressmarker in Blut- und Urinproben während des Raumflugs normalisierten sich innerhalb einer Woche nach der Landung. Keine beobachtete Zunahme der Verdickung oder Steifigkeit der Halsschlagadern. Die Vasodilatation der Brachialis blieb im Zeitverlauf stabil. Gesamtcholesterin- und Glukosespiegel stiegen im Verlauf von sieben Jahren moderat an, der HbA1c-Wert jedoch nicht, was darauf hindeutet, dass das Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes nicht infolge des Raumflugs zunahm. Unter Verwendung eines für die Allgemeinbevölkerung entwickelten Tools zur Risikoeinschätzung, das das Risiko für Herzkrankheiten innerhalb der nächsten zehn Jahre vorhersagt, stellten die Forscher fest, dass das Risiko von 2,6 Prozent vor dem Raumflug auf 4,6 Prozent fünf Jahre nach der Landung anstieg. Mit einem auf eine mit Astronauten vergleichbare Gesundheitsgruppe zugeschnittenen Tool stieg das berechnete Risiko jedoch nur um zusätzliche 0,5 Prozent. Risikoveränderungen gehen auf natürliche Alterung zurück Die Astronauten gaben selbst an, auch nach ihrer Mission einen aktiven Lebensstil aufrechterhalten zu haben, einschließlich derjenigen, die aus dem Astronautenkorps ausgeschieden sind. Den Forschern zufolge machte die natürliche Alterung der Astronauten den größten Teil des Anstiegs des vorhergesagten Risikos aus. Da es während der ersten Jahre nach der Rückkehr von einem Langzeitaufenthalt im Weltraum keine Anzeichen, Symptome oder Diagnosen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gegeben habe, scheine das Herz-Kreislauf-System der Astronauten widerstandsfähig gegenüber den Belastungen des Raumflugs zu sein, folgern die Studienautoren.
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