Laryngoplastik: Neue Bildgebungstechnik soll für mehr Präzision sorgen

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Mittels Kurzwellen-Infrarot-Bildgebung (SWIR) lassen sich injizierbare Füllmaterialien, wie sie etwa bei einer Laryngoplastik zum Einsatz kommen, besser visualisieren. Das konnten Forschende in einer Laborstudie an ex-vivo-Gewebe demonstrieren.

Ein internationales Team um Forschende der Stanford University in Palo Alto (USA) erstmals zeigen, dass ich während einer Injektionslaryngoplastik injizierbare Füllmaterialien sichtbar machen lassen. Das Team testete gängige Materialien: Kochsalzlösung, Carboxymethylcellulose-Gel sowie eine Suspension aus Calciumhydroxyapatit-Mikrokugeln.

Laryngoplastik „revolutionieren“ ?

Seine Studie hat das Team um Erstautor Dr. Roy K. Park von der Stanford Universität in „Otolaryngology–Head and Neck Surgery“ veröffentlicht. Die Autoren gehen davon aus, dass ihre Ergebnisse den Weg für präzisere Verfahren in der Kehlkopfchirurgie ebnen könnten.

Die SWIR könne die Injektionslaryngoplastik „revolutionieren“ ist sich Korrespondenzautor Dr. Tulio A. Valdez sicher. Grund dafür sei, dass die Technik die Echtzeit-Visualisierung von injizierten Materialien unter der Schleimhaut mit hohem Kontrast ermögliche. „Das erlaubt eine präzise Lokalisierung, eine verbesserte Genauigkeit der Stimmlippenaugmentation und die sofortige Bestätigung des Behandlungserfolgs“, ergänzt Valdez.

Für seine Laboruntersuchungen an Larynx-Präparaten von Schweinen und Menschen nutzte das  Forschungsteam ein eigens entwickeltes SWIR-Bildgebungssystem im Wellenlängenbereich von 1000–2000 nm. Dabei stellten sie fest, dass die Bildgebung bei 1550 nm einen deutlich höheren Kontrast zwischen Stimmlippengewebe und umgebender Atemwegsschleimhaut erzeugte als sichtbares Licht. Als Grund dafür vermuten die Froschenden Unterschiede im Wassergehalt der beiden Gewebetypen.

Füllmaterial in Echtzeit überwachen

Die Kombination aus Reflexions- und Fluoreszenz-SWIR-Bildgebung biete einen multimodalen Ansatz, der Chirurgen helfen könnte, die korrekte Platzierung des Füllmaterials in Echtzeit zu bestätigen, konstatieren die Studienautoren. Außerdem könnten fehlerhafte oberflächliche Injektionen zu erkannt werden. Auch die Resorption des Füllmaterials im Zeitverlauf lasse sich möglicherweise überwachen.

Es handelt sich um eine Laborstudie an Ex-vivo-Gewebe – allerdings geben die Autoren eine Perspektive für den klinischen Einsatz. Sie weisen darauf hin, dass die in der Studie verwendeten optischen Systeme in Endoskope oder Operationsmikroskope integriert werden könnten. Die Kosten für SWIR-Kameratechnologie sind in den letzten Jahren deutlich gesunken, wodurch eine breitere klinische Anwendung zunehmend möglich wird.

Über den Einsatz während einer Laryngoplastik hinaus sehen die Forscher weitere Anwendungsmöglichkeiten für die SWIR-Bildgebung: So könnte sie etwa bei der Identifizierung von Stimmlippenpathologien wie Zysten und Polypen, der Differenzierung von Stimmlippenschichten anhand ihres Wasser- und Kollagengehalts oder der Erkennung von Entzündungsherden im Kehlkopf zum Einsatz kommen. (ja/BIERMANN)