Leben mit Schmerzen: Qualifizierte Beratung stärkt Selbstmanagement25. Mai 2022 Foto: © fizkes – stock.adobe.com Wer an akuten oder chronischen Schmerzen leidet, ist diesen nicht machtlos ausgeliefert. Es gibt Möglichkeiten, dem Schmerz entgegenzuwirken. Dafür aber müssten Patientinnen und Patienten gut über Schmerzmedikamente sowie deren Nebenwirkungen informiert sein und gleichzeitig Strategien zur gezielten Schmerzvermeidung kennen, fordert die Fachgruppe „Pflegeexpert:innen Schmerz“ im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe e. V. (DBfK). Unter Schmerzen leiden Millionen von Menschen: Ob nach einer Operation, im Zuge einer Krebserkrankung, bei einem Bandscheibenvorfall, einer Arthrose oder einer chronischen Schmerzerkrankung – Schmerzen können zum täglichen Begleiter werden und die Lebensqualität sehr stark einschränken. „Nur Patientinnen und Patienten, die gut informiert und beraten sind, wissen, wie sie mit ihren Schmerzen umgehen können“, sagt Sascha Bülow vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) e. V. Gutes Selbstmanagement kann Menschen mit Schmerzen Linderung verschaffen und das Gefühl der Machtlosigkeit verringern. „Pflegerische Schmerzexpert:innen beraten, begleiten und leiten die Betroffenen und auch ihre Angehörigen an und entwickeln gemeinsam mit ihnen Lösungen und Möglichkeiten, den Alltag gut zu bewältigen.“ Zu einer guten Beratung gehört zum einen das umfassende Wissen zu schmerzlindernden Medikamenten wie Analgetika, deren Wirkweise, Nebenwirkungen und Anwendungsbedingungen. Die Fachgruppe „Pflegeexpert:innen Schmerz“ im DBfK hat kürzlich den bestehenden Leitfaden zum Umgang mit opioidhaltigen Schmerzpflastern aktualisiert. Dieser ergänzt die Informationen der Beipackzettel um praxisnahe Tipps. Er richtet sich an Schmerzpatienten selbst, aber auch an diejenigen, die sie pflegen und versorgen. „Opioidhaltige Schmerzpflaster sind in der Schmerztherapie weit verbreitet und wegen ihrer recht einfachen Anwendbarkeit etabliert und akzeptiert“, erklärt Bülow. Dennoch müssten die Betroffenen vor allem in Bezug auf die richtige Anwendung und Entsorgung gut aufgeklärt sein. „Insbesondere, wenn die Betroffenen selbst nicht oder nur eingeschränkt kommunizieren und sich versorgen können, müssen die An- und Zugehörigen angeleitet werden“, sagt Bülow. Sie lernen, Verhaltensänderungen des Erkrankten einzuschätzen, Analgetika zu verabreichen und Sicherheit im Umgang mit dem Menschen mit Schmerzen zu erlangen. Basis dafür ist die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit und Begleitung durch pflegerische Schmerzexperten. Neben einer selbstständigen adäquaten Medikamenteneinnahme können Patienten auch darin geschult werden, wie sie mit Situationen, in denen Schmerzen auftreten können, bestmöglich umgehen. So können zum Beispiel Menschen mit Rückenschmerzen unter Anleitung lernen, wie sie sich im Alltag rückenschonend bewegen und welche Schlafpositionen sie wählen sollten. „Wir schulen Betroffene im Umgang mit Übungen, die den Schmerzen entgegenwirken“, erklärt Bülow. Die Betroffenen beim Entwickeln von Bewältigungsstrategien für diese Situationen zu unterstützen und zu beraten, sei eine Kernkompetenz von pflegerischen Schmerzexperten. Eine qualifizierte Beratung ermögliche auch, dass aus akuten Schmerzen keine chronischen werden.
Mehr erfahren zu: "Hinweise auf analgetische Wirkung von Melatonin bei chronischen Schmerzen" Hinweise auf analgetische Wirkung von Melatonin bei chronischen Schmerzen Die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse lassen vermuten, dass Melatonin chronische Schmerzen ähnlich effektiv wie klassische Analgetika lindern könnte. Bei akuten postoperativen Schmerzen zeichnet sich hingegen kein Effekt ab.
Mehr erfahren zu: "Tierexperimentelle Beobachtung: Schmerzrückbildung ist geschlechtsspezifisch" Tierexperimentelle Beobachtung: Schmerzrückbildung ist geschlechtsspezifisch Laut neuen Erkenntnissen einer Würzburger Forschungsgruppe unterscheiden sich die Mechanismen der Schmerzrückbildung zwischen den Geschlechtern, obwohl die unmittelbare Reaktion auf eine Verletzung weitgehend gleich ist.
Mehr erfahren zu: "Männer und Frauen lösen Schmerzen unterschiedlich auf" Männer und Frauen lösen Schmerzen unterschiedlich auf Würzburger Forschende untersuchten das Spinalganglion bei Ratten nach einer Nervenverletzung sowie während der Schmerzrückbildung. Die Forschenden fanden heraus, dass die Mechanismen der Schmerzrückbildung geschlechtsspezifisch sind, obwohl die unmittelbare Reaktion auf […]