Lebererkrankungen: Drei Viertel der MASH-Fälle bleiben unerkannt5. Dezember 2025 © Peakstock – stock.adobe.com (Symbolbild) Ein deutscher Expertenkonsens verdeutlicht: MASH ist stark unterdiagnostiziert. Mangels zugelassener Medikamente sind Lebensstilanpassungen bislang die wichtigste Behandlungsoption. Die Metabolische dysfunktionsassoziierte Steatotische Lebererkrankung (MASLD) ist eine der Hauptursachen für chronische Lebererkrankungen. Die Metabolische dysfunktionsassoziierte Steatohepatitis (MASH), eine progressive Form der MASLD, geht mit hepatozellulärer Ballonierung einher und kann sogar zu Fibrose und Leberzirrhose führen. Starker Anstieg erwartet Die Inzidenz und Belastung durch MASH in Deutschland wird sich bis 2030 voraussichtlich verdoppeln, während die derzeit bestehenden Herausforderungen bei der Diagnose und Behandlung wohl bestehen bleiben werden. Daher bedarf es nun eines Expertenkonsenses zu Diagnosestrategien und zu Behandlungsmodalitäten bei MASLD und MASH. Dazu wurde ein Gremium (bestehend aus 12 Fachärzte für Gastroenterologie, Diabetologie und/oder Hepatologie in Deutschland) gebildet, mit dem Ziel, Erkenntnisse und einen Konsens über den Diagnosepfad und die aktuellen Behandlungsmodalitäten für MASH in Deutschland zu sammeln. Das Gremium nahm an einer dreistufigen webbasierten Umfrage teil, die von Februar bis Mai 2024 stattfand. Die Delphi-Panel-Methodik wurde dabei mit einer Standardumfrage kombiniert, um einen Konsens zu vordefinierten Fragen zu erzielen. Die Ergebnisse wurden im „Liver International“ publiziert. Änderung des Lebensstils wichtig Das Delphi-Panel ergab, dass etwa 75 Prozent der MASH-Patienten in Deutschland nicht diagnostiziert sind. Nicht invasive Maßnahmen wie Fibrose-Scores (Werte aus klinischen und bildgebenden Untersuchungen zur Beurteilung der Fibrose), Leberenzymtests und Lebersteifigkeitsmessungen waren die primären Methoden zur Diagnose und Überwachung von MASH-Patienten. Da es keine zugelassenen pharmakologischen Behandlungen für MASH gibt, waren Änderungen des Lebensstils die primäre Behandlungsstrategie. Das Panel hob auch erhebliche Herausforderungen bei der Behandlung von MASH hervor, darunter den Mangel an zugelassenen Medikamenten und die Schwierigkeit, Änderungen des Lebensstils dauerhaft aufrechtzuerhalten. Die Umfrage unterstreicht die erhebliche Unterdiagnose von MASH und die Abhängigkeit von nicht invasiven Diagnosemethoden in Deutschland. Der Mangel an zugelassenen Therapien erfordert eine Konzentration auf Änderungen des Lebensstils und das Management von Komorbiditäten. Basierend auf den Resultaten des Delphi-Panels sind nun verbesserte Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sowie standardisierte Algorithmen nötig, um die Behandlungsergebnisse für Patienten zu verbessern. (je)
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